Björn L. BK

Mit 19 Jahren walzte er einem Berlin-Besucher nieder, bis der 80-Jährige tot auf dem Asphalt lag. 20 Jahre später erschlug er seinen eigenen Vater.

Zwei-Meter-Hüne Björn L. (40) blieb regungslos beim Urteil. Der Richter: „Er griff in einem Streit zu einem Beil.“ Vier wuchtige Schläge. Schuldig des Totschlags, entschied das Landgericht. Acht Jahre Haft wurden verhängt, außerdem muss L. in eine Entziehungsanstalt. Und er soll anschließend in Sicherungsverwahrung, wenn er seine Alkoholsucht nicht überwinden kann. Denn im Suff sei L. gefährlich, könnte einen dritten Menschen töten.

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Er war nach seiner letzten Haftentlassung 2018 zu seinem Vater gezogen. Jürgen L. (73) lebte seit Jahrzehnten in einer Drei-Zimmer-Wohnung in der Eisenacher Straße in Schöneberg. Der Richter: „Sehr zurückgezogen, ein Eigenbrötler.“ Er habe sein Leben nicht ändern wollen, weil der erwachsene Sohn nun bei ihm wohnte. Der Richter: „Man arrangierte sich aber im Zusammenleben.“ Der Sohn soff weiter, blieb ohne Job.

„Ein Skinhead vermittelte ihm dann die Philosophie, als erster draufzuhauen.“

Björn L. hat über 20 Vorstrafen. Der Richter: „Sie hatten im Leben schlechte Chancen, aber das ist keine Entschuldigung.“ In der Schule als dicklich gehänselt. Dann wuchs er zu einem Koloss heran, laut Psychiater aber blieb eine innere Unsicherheit. Der Richter: „Ein Skinhead vermittelte ihm dann die Philosophie, als erster draufzuhauen.“

Im Sommer 2000 erstmals tödliche Gewalt. Er schlug Weltenbummler Stanislaw K. (80) in der Kurfürstenstraße den Schädel ein. Erst nach 13 Jahren überführte ihn ein neuer DNA-Abgleich als Täter. Er erhielt eine Jugendstrafe von fünf Jahren wegen Totschlags.

Seinen Vater brachte er in der Nacht zum 16. April 2021 um. Der Richter: „Man wollte zusammen Burger machen.“ Björn L. habe eingekauft dafür, auch Alk besorgt. Der Richter: „Er verbrachte den Abend dort, kochte auch noch Gulasch.“

Björn L. griff zum Beil. Der Richter: „Eine geplante Tat war es nicht.“

Sie sahen sich dann alte Dias an. „Es kam zu einem unvorhergesehenen Streit, unklar ist, wodurch dieser ausgelöst wurde“, so der Richter. L. habe zum Beil gegriffen. „Eine geplante Tat war es nicht.“ Mordmerkmale konnte das Gericht nicht feststellen.

Mitte Mai wurde die Leiche entdeckt – Nachbarn hatten starken Verwesungsgericht wahrgenommen. Jürgen L. lag neben seinem Geigenkasten im Durchgangszimmer – in Schlafanzughose, einen Pullover bis übers Gesicht gezogen. Das blutige Beil fanden Polizisten im Garderobenschrank.

Am 8. Juni wurde der Sohn festgenommen. Im Prozess gestand er. Laut Gutachter war er bei der Tat wegen seines Alkoholkonsums und einer Persönlichkeitsstörung in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert. KE.