Eines der Opfer sagte am Montag als Zeugin aus. Pressefoto Wagner

Weil er sich nicht ohne Geld nach Hause getraut hat, griff er Rentnerinnen an: Almin R. (24) steht für zwei Überfälle innerhalb von 50 Minuten vor Gericht.

Der gemeine Handtaschen-Räuber kleinlaut: „Es tut mir sehr leid.“ Er habe sein Geld für Koks verprasst. Der verheiratete Bauhelfer aus Mazedonien: „Habe dann alte Damen verfolgt, wollte Geld. Wichtig war mir, sie nicht zu verletzen.“

Luise G. (86, Namen der Opfer geändert) aus Treptow nun erste Zeugin. Angewiesen auf Gehstützen. Langer Blick in Richtung von R.: „Ich finde es furchtbar, dass einem alten Menschen so etwas angetan wird.“

Der 5. September. Luise G.: „Ich kam vom Spaziergang.“ An der Haustür ein junger Mann. Er folgte ihr. Sie ging zum Fahrstuhl. Er hinterher. Plötzlich der Angriff: „Er schnappte mich von hinten, hielt mir ein Messer vor, verlangte Geld.“

Die alte Dame hatte gerade eine Knie-OP hinter sich

Die alte Dame, die gerade eine Knie-OP hinter sich hatte, ging zu Boden – „die Krücken lagen neben mir, irgendwie kam ich dann hoch, unverletzt“. Der Räuber war weg. Mit ihrer Tasche. Sie rief die Polizei und ihren Sohn.

50 Minuten später der nächste Angriff. Anneliese K. (81) kam vom Friedhof, als Almin R. an einer Haltestelle lauerte. Die Rentnerin: „Er schien auf einen Bus zu warten.“ Sie hatte sich kurz gesetzt, um etwas auszuruhen für die letzte Strecke bis zu ihrem Wohnhaus. Anneliese K.: „Ich ging dann weiter, plötzlich packte er mich von hinten.“

In der einen Hand ein Messer, das er ihr vor den Bauch hielt

In der einen Hand ein Messer, das er ihr vor den Bauch hielt. Mit der anderen zog er am Riemen ihrer Handtasche. Die Seniorin: „Dann schubste er mich weg. Ich hatte Glück, fiel weich.“

Andere Passanten kümmerten sich um sie, riefen die Polizei. Bald die Nachricht: „Der Täter ist gefasst.“ R. starrte zu Boden, als sie ihn nun direkt ansprach: „Ich frage mich, ob Sie das bei Ihrer Großmutter auch machen würden.“ Fortsetzung: Freitag.