Brennende Holzpellets: Berliner, die damit Heizen, bekommen jetzt auch finanzielle Hilfe.
Brennende Holzpellets: Berliner, die damit Heizen, bekommen jetzt auch finanzielle Hilfe. Imago/Rainer Weißflog

Die Energiepreise steigen und jeder ist betroffen. Doch nicht alle profitieren von den staatlichen Hilfsmaßnahmen. Denn diese gelten nur für die hohen Kosten bei Fernwärme, Gas und Strom. Nun sollen auch die Berliner finanziell entlastet werden, die mit Öl, Pellets, Kohle oder Flüssigkeit heizen – mit einem einmaligen Zuschuss von bis zu 2000 Euro. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen.

Nicht nur Privathaushalte, auch Gewerbetreibende sollen diese bundesweit einmalige Entlastung erhalten, erklärt die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey. Grund für das Berliner Hilfsprogramm: Zwar gebe es unterstützende Maßnahmen des Bundes für Haushalte, die die Kosten für die Haushalte decken, die mit Gas, Strom oder Fernwärme versorgt werden. „Es gibt aber 330.000 Haushalte in Berlin, die davon nicht profitieren“, sagt Giffey. „Das ist für uns ein wichtiger, offener Punkt gewesen – und auch eine Frage der Gerechtigkeit.“

Im Nachtragshaushalt sind für die Heizkostenzuschüsse 75 Millionen Euro vorgesehen. Außerdem sollen zusätzlich entsprechende Bundesmittel genutzt werden, die Berlin in Höhe von 93,4 Millionen Euro zustehen – insgesamt also rund 168 Millionen.

Eine Heizölanlage: Die Preise für Heizöl sind durch die Energiekrise heftig angestiegen.
Eine Heizölanlage: Die Preise für Heizöl sind durch die Energiekrise heftig angestiegen. dpa/Christian Charisius

Was müssen Berliner nun tun, die mit Öl, Kohle, Pellets oder Flüssigkeit heizen?

Die Anträge auf einen einmaligen Zuschuss bis zu 2000 Euro sind ab Ende Januar möglich. Diese müssen digital gestellt werden. Dabei gilt: Wer 2022 verglichen mit dem Vorjahr Kostensteigerungen von mehr als 70 Prozent zu verzeichnen hatte, soll durch das Programm entlastet werden. Der Zuschuss beträgt 80 Prozent der über diesem Wert liegenden Mehrkosten.

Welche Erleichterung bringt das?

„Wenn man das konkret macht, ist das für ein Einfamilienhaus mit 90 Quadratmetern in Köpenick meinetwegen bei einem Kohleankauf von 4600 Kilogramm ein einmaliger Zuschuss von 846,40 Euro“, sagt Wirtschaftsstaatssekretär Michael Biel (SPD). Im Fall von Öl bei einem Haus gleicher Größe sei mit einem Zuschuss von 319,20 Euro zu rechnen. „Also keine Kleinigkeit, sondern ein echter Entlastungsbeitrag“, so Biel. Es gilt allerdings eine „Bagatellgrenze“ von 100 Euro – Beträge darunter werden nicht berücksichtigt.

In Berlin gibt es nach Angaben des Staatssekretärs 320.000 Haushalte, die mit Öl und 7800, die auf Basis von Pellets heizen. „Kohleöfen gibt es noch in 1900 Wohnungen, und wenige Hundert sind es im Bereich der Flüssiggasanlagen.“

Antragsberechtigt seien die Eigentümer der jeweiligen Heizungsanlage. „Das sind die städtischen Wohnungsbaugesellschaften oder Eigentümer, die zum Bespiel ein Mietshaus besitzen“, sagt Biel. Aber auch Eigenheimbesitzer und  diejenigen, die als Mieter ihre Kohle oder ihr Öl selbstständig einkauften. Das digitale Antragstool für den Zuschuss ist Biel zufolge noch in Arbeit.