Torsten F. mit seinem Sohn Elvis bei einer gemeinsamen Schifffahrt. Privat

Der zehnjährige Elvis hat viel mitgemacht. Als er noch ein Kleinkind war, versagten seine Nieren und seine Mutter Diana spendete ihm ihre. Jetzt muss der Junge aus Eberswalde wieder sehr tapfer sein, denn sein Vater Torsten liegt im Helios-Klinikum Berlin-Buch und kämpft dort um sein Leben. Er hat Knochenmark-Krebs und sucht dringend einen Stammzellenspender. 

„Bitte helft meinem Papa. Ich hätte alles für ihn getan, aber ich kann es nicht.“ Diese Sätze eines verzweifelten Kindes sind kaum zu ertragen. Sie stammen von Elvis, der zwar selbst als Spender für seinen Vater infrage käme, aber aufgrund seiner eigenen gesundheitlichen Probleme keine Stammzellen abgeben darf. „Er sagt diese Sätze fast jeden Tag“, erzählt Denise Harder (38). Sie ist eine Freundin der Familie und hat jetzt in den sozialen Netzwerken mit Hilfe der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) einen Hilferuf „Mein Papa soll leben“ für den Familienvater Torsten gestartet. Die Familie selbst ist nach Angaben von Harder, nicht in der Lage öffentlich zu sprechen. Der KURIER-Reporterin erzählt die enge Freundin, mit Absprache der Angehörigen, das Drama um Torsten.

Dann kam die schreckliche Wahrheit ans Licht: Knochenmarkkrebs!

Ende Juni ging Torsten F., der in Eberswalde als selbständiger Tierpräparator arbeitet, zu seinem Hausarzt. „Er fühlte sich schlapp und war ständig müde. Er hatte permanent Kopfschmerzen und seine Knochen taten ihm weh“, erinnert sich die Freundin. Das sei sehr untypisch für den breitschultrigen kräftigen Mann gewesen, der bis vor seiner Erkrankung sehr viel draußen in der Natur verbracht hat und in Brandenburg auch als Jäger aktiv war. Nur wenige Tage danach habe Torsten F. plötzlich fürchterliches Nasenbluten bekommen und wurde in die Notaufnahme eingeliefert. Nach einer Blutuntersuchung und einem MRT kam schnell die schreckliche Wahrheit ans Licht: Knochenmarkkrebs! „Das Schlimmste ist, dass der Krebs nicht heilbar ist. Doch eine Stammzellenspende kann ihm zwischen fünf und zehn zusätzliche Lebensjahre schenken“, sagt Denise Harder. Torsten möchte doch seinen Sohn noch aufwachsen sehen.

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Eine Fotokollage der Familie F. aus glücklichen Tagen

Der Vater ist ein wichtiger Halt für Elvis 

Elvis braucht seinen Vater mehr als andere Kinder, weil eine seiner Nieren bereits mit drei Jahren versagte. Nur mit der Niere seiner Mutter konnte er überleben. Doch die Gefahr, dass sie in nächster Zeit wieder abgestoßen werden kann, ist groß. „Es war immer geplant, dass Torsten dann seinem Kind eine weitere Niere spendet“, sagt Denise Harder. Aber diese Hoffnung ist in weiter Ferne. Torsten erhält im Klinikum schwere Chemotherapien. „Es geht ihm sehr schlecht, aber er kämpft wie ein Wahnsinniger “, so Harder. Der Vater sei, neben der Mutter, auch ein wichtiger Halt für Elvis. Das Kind habe wegen der eigenen schweren Erkrankung starke Ängste und könne die zusätzlichen Sorgen um den Vater kaum verkraften.

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Torsten F. mit seiner Hündin Emmi am Ostseestrand Ahlbeck. Zu diesem Zeitpunkt war der Krebs schon ausgebrochen.

„Angeln und mit seinem Papa jagen zu gehen, hat Elvis viel Spaß gemacht und ihn von seinen eigenen Problemen abgelenkt“, sagt die Freundin. Nun bangen Elvis, seine erwachsene Schwester Anne und seine Mama Diana um den wertvollen Menschen in ihrer Mitte. „Bitte lasst die drei nicht im Stich  und lasst Euch bei der DKMS registrieren, um Torsten zu helfen“, fleht Denise Harder. In Zeiten von Corona können die Unterlagen mit Test-Set ganz einfach auf der Seite der DKMS www.dkms.de/aktiv-werden/online-aktionen/torsten angefordert werden und kommen sogar mit frankiertem Rückumschlag zu einem nach Hause. Dieser Schritt erste Schritt hat für eine ganze Familie eine enorme Bedeutung. Er könnte über Torstens Leben entscheiden.