Hier im VIP-Bereich des Olympiastadions kam es zu dem Eklat. IMAGO/Ina Peek

Es ist Halbzeit im Olympiastadion, als die falschen Menschen aufeinandertreffen. Fußball-Fans – da kann es schon mal knallen. So passiert es auch diesmal. Es wird gedroht und gespuckt. Schließlich muss die Polizei eingreifen.

Was klingt wie eine Geschichte aus der Fankurve hat sich aber im noblen VIP-Bereich des Stadions ereignet. Und die Opfer der Attacke sind Funktionäre von Hertha BSC! Abgespielt hat sich das Drama während des Relegationsspiels gegen den Hamburger SV.

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Während Hertha-Trainer Felix Magath seiner Mannschaft in der Kabine gerade Anweisungen für die zweite Halbzeit gibt, werden in der VIP-Loge Häppchen gereicht. Mittendrin: Hertha-Präsidiumsmitglied Ingmar Pering (56). Zunächst ahnt keiner, dass es hier wenig später zu  einem Polizeieinsatz kommen wird.

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Bedroht, bespuckt, abgeführt...

Es geht um Körperverletzung und Beleidigung! Aber der Reihe nach...

Hertha-Präsidiumsmitglied Ingmar Pering. Imago/Sabine Gudath

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Mitten in der Menge der rund 150 Hertha-Luxusbesucher in der „Business Lounge“ fallen zwei Fans auf. Eigentlich verkehren hier vor allem Gremienmitglieder von Hertha BSC und ihre Gäste. Ältestenrat, Vereinsgericht, Revisionsausschuss – hier geht es gediegen zu. Doch diesmal sehen zwei Besucher anders aus.

Sie tragen keinen Anzug oder Poloshirt. Einer ist etwa 1,80 Meter groß, hat ein Trikot an – ausgerechnet von Herthas Stadtrivalen 1. FC Union Berlin. Der Zweite ist knapp zwei Meter groß, tätowiert, muskelbepackt, hat einen kahlgeschorenen Schädel und trägt ein rosa Shirt.

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Mann im Trikot des 1. FC Union Berlin

Patrique Metzger (40) von Herthas Vereinsgericht geht auf den Mann im Union-Trikot zu und spricht ihn auf sein Outfit an. Nach Augenzeugenberichten rastet der sofort aus.

Patrique Metzger wurde in der VIP-Loge bespuckt. Hertha BSC

„Er hat mich sofort übel beleidigt und mir im Verlaufe Schläge angedroht. Er hat sogar ausgeholt, die Situation wirkte bedrohlich. Ich hatte wirklich Angst!“, sagte Metzger der Bild-Zeitung.

Er drohte mit geballten Fäusten

Als Metzger im VIP-Bereich nach Hilfe sucht, entdeckt er er Herthas Präsidiumsmitglied Ingmar Pering. Der hochaggressive Union-„Fan“ gibt keine Ruhe. Auch Pering muss sich Schimpf-Triaden anhören: „Er beleidigte und bedrohte uns aggressiv mit geballten Fäusten. Dann spuckte er uns entgegen, traf mich am Hals und rannte weg“, so der Hertha-Funktionär zu Bild.

Inzwischen weiß man, dass sich die zwei Männer ohne Erlaubnis in den VIP-Bereich geschlichen hatten. Wie das möglich war, ist unklar. Nach der Auseinandersetzung flüchten sie und versuchen, in der Zuschauermenge unterzutauchen.

Anzeige wegen Körperverletzung gestellt

Ob ihres auffälligen Äußeren dauert es aber nicht lange, bis Polizei und Ordner die Männer finden. Sie werden festgenommen und in die Stadion-Wache gebracht. Der Verein wird sie wohl mit einem Stadionverbot bestrafen. Aber dabei allein wird es nicht bleiben: Die Opfer der Droh- und Spuck-Attacken (beide sind Rechtsanwälte) werden gegen die „Fans“ juristisch vorgehen.

Pering bestätigte der Bild-Zeitung:  „Ja, ich habe Anzeige wegen Körperverletzung gestellt.“ Und auch Metzger sagte dem Blatt: „Ich habe eine Anzeige wegen aller in Betracht kommenden Straftaten gestellt. Denn ich möchte nicht, dass solche gewaltbereiten Leute, egal, welcher Vereinsfarbe sie angehören, im Stadion herumlaufen.“

Den Hertha-Funktionären steckte am Ende sicher vor allem der Schreck in den Gliedern. Zumal ihr Verein am Ende auch noch 0:1 gegen den HSV verlor. Kein schöner Abend im Fußballstadion.