In der Eisdiele Chipi Chipi Bombón gibt es gebackene Süßkartoffel als Eisvariante, direkt probiert von Annika (42) und Sarah (39). Foto:  Sabine Gudath

Das Wetter zeigt sich Richtung Wochenende wieder von seiner sonnigen Seite. Da ist Abkühlung gefragt – besonders für den Gaumen. Was kühlt im Sommer besser ab als Eis? 8,3 Liter Eiscreme verzehrte jeder Deutsche im Jahr 2019 statistisch. Ein Wert, den die Berliner Eismacher vergrößern wollen. Dafür laden sie zur Ice Cream Week in der Stadt ein.

Sie heißen Erdnuss-Curry, Talisker Whiskey mit fermentiertem Kampot-Pfeffer oder Dopamino. Die Namen dieser Kreationen stehen an dieser Stelle für außergewöhnliche Eissorten. Wer in diesem Sommer schon genug Schoko-, Vanille- oder Erdbeereis geschleckt hat, kommt ab heute in Berlins erster Ice Cream Week auf seine Kosten

Vom 23. bis zum 29. Juli können alle Eishungrigen in 25 der besten Eisdielen in der ganzen Stadt ausgefallene Sorten probieren. Neben dem besonderen Geschmack das Beste daran: Die extra für dieses Event kreierte Kugel kostet in jedem Eiscafé in diesem Zeitraum nur einen Euro. Die Idee der Organisatoren rund um das Berlino Magazine/True Italian und DUO – ice cream consulting ist es, durch diese Aktion das Augenmerk auf handwerklich gut gemachtes Eis zu legen.

Der KURIER hat in drei Eisdielen in Friedrichshain schon mal vorab gekostet und mit den Verkäufern über gute Eisqualität gesprochen. Im Chipi Chipi Bombón in der Warschauer Straße sollte man ab heute gebackene Süßkartoffel bestellen. Namensgebend für den nicht ganz alltäglichen Namen für eine Eisdiele ist ein argentinisches Volkslied, da der Besitzer aus dem südamerikanischen Land stammt. Mitarbeiter Jeremias Rey (21), ebenfalls aus Argentinien, sagt, dass die natürlichen Zutaten für ihre Eissorten aus aller Welt stammen. „Die Pistazien kommen aus Italien, die Zitronen wachsen in Spanien, Schokolade holen wir uns aus Belgien und die Süßkartoffel kommt aus Nicaragua.“ Das Eis schmeckt komplett nach Süßkartoffel. Rey erklärt, dass die Kartoffeln dafür gekocht, püriert und dann mit den anderen normalen Zutaten, die in jedem Eis enthalten sind, gemischt werden. Für andere Eissorten wie beispielsweise Banana Split zahlt man 2,30 Euro für eine üppige Kugel.

In der Eismanufaktur" in Friedrichshain wird es Banane mit karamellisierter weißer Schokolade geben. Foto:  Sabine Gudath

In der Eismanufaktur in der Gärtnerstraße serviert Mataya (26) als Spezial ab heute Banane mit karamellisierter weißer Schokolade. Als wäre das nicht schon für den Gaumen interessant genug, werden hier alle Geschmäcker bedient: „Der Laden ist für jedermann – unsere Sorbets beispielsweise sind alle vegan. Natürlich haben wir auch das klassische Milcheis im Angebot“, sagt sie. Jede Kugel kostet hier 1,60 Euro, Kinder bekommen eine Portion für 1,20 Euro.

Seit rund 20 Jahren im Eisgeschäft dabei ist Serdar Öc (55) vom Caramello in der Wühlischstraße. Den Verkauf von Bio-Eis hat man sich hier auf die Fahne geschrieben. Für die Ice Cream Week hat er die etwas mystisch klingende Sorte Dopamino entwickelt. „Wir wollen die Leute glücklich machen mit unserem Eis“, sagt er. Die genauen Zutaten sollen geheim bleiben, aber man darf verraten, dass es fruchtig und – mitten im Sommer – ein wenig weihnachtlich zugleich schmeckt. Für den kleinen Glücksrausch zwischendurch eignet sich die Sorte in jedem Fall. Die anderen Sorten gibt es für 1,60 Euro, Kinder bekommen die Kugel Eis hier für einen Euro.

Die ideale Temperatur für perfekten Eisgenuss liege übrigens zwischen 23 und 25 Grad, sagt Öc. Das diesjährige Berliner Sommerwetter bietet also beste Voraussetzungen für eine genüssliche Woche voller besonderer Eissorten. Die genaue Übersicht aller teilnehmenden Eisdielen findet man auf dieser Berlin-Karte.

KURIER-Reporter Robin Schmidt (30) probiert im Caramello die von Eismacher Serdar Öc erfundene Sorte Dopamino. Foto: Sabine Gudath