Zum neuen Schulalltag gehören ab Montag auch für die Erstklässler Masken und Tests.  dpa

Erst die Feier und dann der Ernst des Lebens: Rund 36.210 ABC-Schützen werden am Sonnabend in Berlin eingeschult. Das bedeutet Schultüten, Süßigkeiten und aufgeregte Kinder. Am Montag geht für die Jungen und Mädchen dann der Unterricht in einer der 368 Berliner Grundschulen los, die Großen sind schon seit einer Woche wieder an den Berliner Schule, wo  der Alltag erneut unter dem Eindruck von Corona steht. Masken- und Testpflicht gelten auch für Grundschüler. 

„Es freut mich, dass die jüngsten Schulkinder in diesem Schuljahr alle gemeinsam mit dem Unterricht starten können“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag. „Ich danke den Schulleitungen und allen Pädagoginnen und Pädagogen für die Organisation der Einschulungsfeiern, was sich unter Pandemiebedingungen natürlich schwieriger gestaltet als sonst.“ Die Schulen hätten dabei große Flexibilität unter Beweis gestellt.

Einschulung mit Improvisation 

So haben einige Schulen in der vergangenen Woche bereits Einschulungsfeiern organisiert. In Turnhallen, Mensen, oder auf dem Hof. Maßgebend war dabei die Berliner Infektionsschutzverordnung. Was mancherorts bedeutete, dass nicht alle Verwandten, die auch wollten, bei der Feier dabei sein konnten. Anderswo kam Logistik an ihre Grenzen, weil Impfnachweise der Gäste und auch tagesaktuelle Coronatests der Erstklässler zu sichten waren. Von Normalität ist der große Tag der Kleinen weit entfernt. 

Die neuen Grundschüler in Berlin sind jedoch einschränkende Maßnahmen aus dem Kitas gewohnt, nicht alle von ihnen konnten sich aber  im letzten Vorschuljahr entspannt auf die Schulzeit vorbereiten. Die Pandemie hat die unterschiedlichen Startbedingungen und Bildungschancen der Kinder aus weniger privilegierten Schichten verschärft.

Schuleingangsuntersuchungen konnten nicht immer stattfinden

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion geht hervor, dass sich insbesondere auf Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung die Corona-Einschränkungen negativ ausgewirkt haben. Kinderärzte hatten dem Corona-Kita-Rat der Bundesregierung auf der Basis von Schuleingangsuntersuchungen berichtet, dass sie vermehrt eine Verschlechterung der sprachlichen Fähigkeiten und der Deutschkenntnisse festgestellt hatten. 

Schuleingangsuntersuchungen fielen vielerorts aus, weil Mitarbeiter der Kinder- und Jugendgesundheitsdienste in den vergangenen eineinhalb Jahren für pandemiebezogene Aufgaben eingesetzt wurden. 

Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hatte zuletzt berichtet, dass in diesem Jahr die ärztliche Untersuchung für viele Schulanfänger voraussichtlich ausfallen. 

„Die Schuleingangsuntersuchungen sind ein wichtiges Instrument, um zu erkennen, wo Kinder Förderung und Familien Hilfe benötigen. Fallen sie aus, trifft das besonders jene, die sozial sowieso schon benach­teiligt sind“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands, Ute Teichert.

Polizei kontrolliert die Schulwege

Zum Schulalltag gehört auch der Weg zur Schule. Um diesen möglichst sicher zu gestalten, bekommen die ABC-Schützen von der Senatsbildungsverwaltung gelbe Schutzwesten. Unter dem Motto „Sichtbar mobil zur Schule!“ sollen die Kinder so besser vor möglichen Unfällen geschützt werden, wie Scheeres mitteilte.

Zur Sicherheit der Kinder kontrolliert auch die Berliner Polizei seit Schuljahresbeginn verstärkt den Verkehr rund um Schulen und auf Schulwegen. Gefahrenträchtig für Schüler seien vor allem Autofahrer, die zu schnell entlang von Schulwegen unterwegs sind, verkehrswidriges Halte- und Parkverhalten sogenannter Elterntaxis sowie Fahrrad- und Rollerfahrer auf Gehwegen, hieß es.