Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin in Berlin Foto: Imago Images

Wann Berlins Schulen nach Weihnachten wieder öffnen, steht noch nicht fest. Die Bildungsverwaltung überlegt, die Ferien auszuweiten und ist dazu mit den Schulleitungen im Gespräch. Einfach eine Woche Ferien mehr soll es aber nicht sein. „Wir prüfen eine unterrichtsfreie Zeit in der Woche nach den Weihnachtsferien, in der Schüler Lernmaterial und Lernangebote erhalten“, teilte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Mittwoch mit. „Lehrkräfte würden Kontakt halten und ansprechbar sein. Auch Kinder, deren Eltern dringenden Bedarf haben, sollen selbstverständlich betreut werden.“ Nach der bisherigen Planung wäre der 4. Januar der erste reguläre Schultag im neuen Jahr.

In der Diskussion ist außerdem, den weiterführenden Schulen zu erlauben, in der Woche nach den verlängerten Ferien, freiwillig in den Hybridunterricht zu wechseln, sodass dann nur noch ein Teil des Unterrichts in der Schule stattfindet. Aus Sicht der Berliner Elternvertreter stellen sich bei diesen Themen aber noch viele Fragen.

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Die Ferien schlicht zu verlängern, sei jedenfalls keine Lösung, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Schülerinnen und Schüler hätten von März bis in den Juni hinein schon deutlich weniger Unterricht gehabt. „Wir können es uns nicht leisten, auch nur fünf Tage die Schülerinnen und Schüler ohne Aufgaben zu Hause zu haben.“

Lockdown plus Bildung

Heise, der auch Mitglied im von Scheeres' initiierten Hygienebeirat ist, forderte deshalb: „Wenn es zu der Verlängerung der Ferien kommt, dann wollen wir Lockdown plus Bildung und dass es dann ganz klar Aufgaben und schulisch angeleitetes Lernen zu Hause gibt mit entsprechender Vorbereitung und Kontakthalten durch die Lehrkräfte.“

Gegen eine weitere Ferienwoche ohne jedes Lernen spricht aus Heises Sicht auch, dass dadurch das Infektionsrisiko für die Kinder steigen könnte – wenn sie in der freien Zeit mehr Kontakte zu anderen haben.

Die Überlegung, anschließend an weiterführenden Schulen eine Woche Hybridunterricht zu erlauben, sieht Heise skeptisch. „Einige Schulen machen A-B-Wochen“, so der Elternvertreter – wechseln also im Wochenrhythmus zwischen Unterricht in der Schule und Lernen zu Hause. Da stelle sich die Frage, ob es nicht besser sei, mit dem Hybridunterricht gleich nach den regulären Ferien zu beginnen – und ihn zwei Wochen lang anzubieten.

Computer für sozial benachteiligte Schüler

Voraussetzung für den Hybridunterricht ist in jedem Fall, dass zu Hause die nötige Technik für digitalen Unterricht vorhanden ist. Bildungssenatorin Scheeres übergab am Mittwoch am Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik in Berlin-Britz die ersten 67 von 41.610 neuen Tablets, mit denen Berliner Schüler besser durch die Corona-Pandemie kommen sollen. Die übrigen Geräte sollen in den kommenden Wochen ausgegeben werden. Sie sind für sozial benachteiligte Jugendliche gedacht und sollen ihnen das schulisch angeleitete Lernen zu Hause ermöglichen.