19.000 Dokumente verschwanden aus Berliner Behörden (Symbolfoto). Foto: imago/imagebroker

Bei sieben Einbrüchen in Berliner Ausländerbehörden und Ordnungsämter sind seit 2014 rund 19 000 Blanko-Dokumente wie Aufenthaltserlaubnisse, Bescheinigungen und vorläufige Personalausweise gestohlen worden. Nun wurden bei einer groß angelegten Durchsuchung in der Hauptstadt sowie im nordrhein-westfälischen Euskirchen zwei Verdächtige festgenommen, wie Bundespolizei und Berliner Staatsanwaltschaft am Freitag weiter mitteilten. Ermittelt werde wegen des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusung von Ausländern.

Am Donnerstag wurden laut Mitteilung sechs Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin und einer in Euskirchen vollstreckt. Rund 200 Beamte waren im Einsatz. Gegen einen der Verdächtigen gab es bereits einen Haftbefehl. Auch der zweite mutmaßliche Täter wurde einem Haftrichter vorgeführt. Ihnen wird vorgeworfen, die Blanko-Dokumente verfälscht und verkauft zu haben. Damit sollte eine legale Einreise von Ausländern vorgetäuscht werden.

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Beschlagnahmt wurden 45 Blanko-Aufenthaltspapiere, mehrere Handys und Computer. Auch zwei Stichwaffen und eine Gasdruckwaffe, in Deutschland verbotene Potenzmittel und Medikamente, drogenähnliche Substanzen und etwa 70 Kilogramm Wasserpfeifen-Tabak wurden von den Einsatzkräften sichergestellt.

Bereits 2018 waren laut Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen rund 2500 der gestohlenen Dokumente sichergestellt worden. Seit 2015 seien bislang 1800 Personen festgestellt worden, die mit gefälschten Papieren aus den Diebstählen versuchten, nach Deutschland zu kommen oder bereits eingereist waren. Derzeit seien noch 15 000 Blankodokumente im Umlauf, gab die Staatsanwaltschaft bekannt.