Nach dem kurzen Gewitter zogen nach unten gewölbte, sogenannte Mammatuswolken über den Hackschen Markt hinweg. Foto: dpa/Annette Riedl

Am Donnerstag zog Sturm „Klaus“ durch Deutschland – Ausläufer des Wetter-Intermezzos erreichten auch Berlin. Am späten Nachmittag prasselte vielerorts plötzlich Regen vom Himmel, teilweise kam es zu Hagel und Gewittern. Dann leuchtete der Himmel plötzlich gelb. Und in einigen Ecken der Stadt kam es zu einem sehr interessanten Wetterphänomen: Riesigen Wolken-Ballungen, die beinahe gruselig wirkten. Wie entstehen diese geheimnisvollen Wolken?

Plötzlich hing der Himmel voller Wolken, riesig groß und ungewöhnlich geformt – und angestrahlt von der Abendsonne wirkten sie einfach spektakulär. Schnell füllten sich die sozialen Netzwerke mit Bildern der unglaublichen Formationen.

Bei den Wolken handelt es sich um „Mammatuswolken“

Bei den Wolken handelt es sich um „Mammatuswolken“, der Name kommt vom lateinischen Wort „mamma“, was übersetzt Brust bedeutet. Sie sind genau genommen keine eigene Wolken-Art, sondern eine Sonderform, die sich an der Unterseite aller gängigen Wolken-Arten bilden können, wenn die Wetterbedingungen stimmen.

Die Abendsonne ließ die Wolken noch wuchtiger erscheinen. Foto: Berliner KURIER/Markus Wächter

Wie genau es zur Bildung der beutelförmig herunterhängenden Wolken kommt, ist noch nicht völlig erforscht. Bekannt ist nur: Die Voraussetzungen für die Entstehung der Wolken sind die richtige Temperatur, die richtige Luftfeuchtigkeit sowie Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Es gibt verschiedene Theorien dazu, wie sich die Wolken formen.

Lesen Sie dazu auch: Mega-Orkan „Klaus“: Bäume entwurzelt, Bahnstrecken gesperrt – und das war erst der Anfang... am Wochenende kommt's richtig dicke! >>

Eine besagt: Wenn es an der Unterseite einer Wolke zu Verdunstungsvorgängen kommt, kühlt sich die Luftschicht unter der Wolke ab. Dadurch entsteht auftrieb, die Wolke wird instabil – und die Ausformungen entstehen. Im Sommer kommt es zehnmal häufiger zur Bildung der ungewöhnlichen Wolken als im Winter.

Wie schwer wird der nächste Sturm Berlin treffen?

Die Frage bleibt: Lassen sich solche Wolkenformationen auch in den kommenden Tagen beobachten? Für Sonnabend kündigen Wetter-Experten bereits den nächsten Sturm an. Ob und wie schwer er Berlin trifft, wird sich auch dieses Mal zeigen.

Bei wechselhaften Wetter entsteht über den Dächern Berlins ein doppelter Regenbogen.  Foto: dpa/Fabian Sommer

Überall in Berlin gab es übrigens auch ein anderes spannendes Wetterphänomen zu beobachten – und auch das ist in den sozialen Netzwerken gut dokumentiert: Am Himmel entstanden durch Regen und Sonneneinstrahlung wunderschöne, riesengroße Regenbögen. Selbst ein schwerer Sturm hat also auch seine schönen Seiten.