Dieser Platz ist jetzt nach den Digedags benannt. Das freut offensichtlich auch den Lichtenberger  Bezirksbürgermeister Michael Grunst.  Bezirksamt Lichtenberg 

Was für eine Ehre: In Karlshorst trägt jetzt offiziell ein Platz den Namen der legendären Digedags.  Der bisher namenlose Platz an der Gabelung von Waldow- und Köpenicker Allee im Lichtenberger Ortsteil Karlshorst  heißt nun „Digedagsplatz“, wie das Bezirksamt mitteilte.  Die Benennung wurde von Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) vorgenommen. Mit dabei waren auch diejenigen, die 2019 den Antrag für die Namensgebung initiiert hatten.  

Bereits im November 2019 war eine Gedenktafel am nahegelegenen ehemaligen Wohn- und Atelierhaus von Hannes Hegen, dem Schöpfer der Comicfiguren Dig, Dag und Digedag, in der Waldowallee 15, eingeweiht worden.  Die Digedags waren die Helden der Zeitschrift Mosaik. 

Der Bezirksbürgermeister sagte: „Mit dem neuen Digedags-Platz erinnern wir an ein Stück DDR-Kultur, das viele Menschen hier im Bezirk mit ihrer Kindheit verbinden. Das vom Grafiker Johannes Hegebarth erdachte Dreiergespann Dig, Dag und Digedag hat mehrere Generationen begleitet.“

 Hegebarth und sein Team hätten das Mosaik  zur populärsten Kinder- und Jugendzeitschrift der DDR gemacht. Als Antwort auf westdeutsche und amerikanische Comics griffen die Bildgeschichten, wie sie von Hannes Hegen genannt wurden, grafische Traditionen wie die „Neuruppiner Bilderbögen“ auf und gaben ihnen eine moderne Form.

Das Mosaik zeigt in einer Ausgabe von 1970 die Digedags mit Federschmuck und Fransenkleidung auf der Suche nach einem Aztekenschatz.   Torsten Wahl

Der Grafiker Hannes Hegen (mit bürgerlichem Namen Johannes Hegenbarth, 1925-2014) wurde in Wien und Leipzig ausgebildet. Ein Kollektiv aus 15 Zeichnerinnen und Zeichnern sowie Autorinnen und Autoren, darunter seine Ehefrau Edith Szafranski, unterstützten ihn dabei. Das Mosaik erschien monatlich in einer Auflage von bis zu 660.000 Exemplaren und war damit eine der auflagenstärksten Zeitschriften der DDR.

Die stets ausverkauften Hefte nahmen eine Ausnahmeausstellung ein: Ohne die für DDR-Publikationen üblichen politischen Bezüge führten die Digedags ihre Fangemeinde von der Antike bis in die Zukunft durch spannende Abenteuer. In spielerischer Weise verbanden sie Geschichte, Unterhaltung und Bildung.

Differenzen zwischen dem Verlag und Hannes Hegen

Differenzen zwischen dem herausgebenden Verlag Junge Welt und Hannes Hegen über die zukünftige Ausrichtung des Heftes führten 1975 zum Ende der schon seit 1957 spannungsreichen und schwierigen Zusammenarbeit.