Der Shutdown in den Klassenzimmern ist ab nächste Woche vorbei.  Foto: imago images/Michael Weber

Es bleibt dabei. Der Berliner Senat will die Schulen ab der nächsten Woche schrittweise wieder öffnen und zum Präsenzunterricht zurückkehren. Wie der rbb berichtet, hat Bildungssenatorin Scheeres einen Eilantrag von Berliner Schulleitungen abgelehnt, worin sich diese gegen die schnelle Öffnung der Schulen ausgesprochen hatten.

Laut rbb wurden die Schulen darüber am Freitagmittag per E-Mail informiert.

Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin in Berlin.   Foto: Britta Pedersen/dpa

Ab 11. Januar ist für die Abschlussjahrgänge Wechselunterricht geplant, die Kombination aus Unterricht in der Schule und zu Hause. Eine Woche später soll es dann auch für die Klassen 1 bis 3 mindestens drei Stunden täglich Unterricht in der Schule geben. Diese Regelung gilt ab dem 25. Januar dann auch für die Klassen 4 bis 6 und ab dem 8. Februar für alle Schularten und Jahrgänge. Ab 15. Februar – so die Hoffnung – soll der Unterricht für alle wieder regulär wie vor dem Lockdown laufen.

Mit diesen Plänen weicht das Land Berlin vom Kurs der Ministerpräsidentenkonferenz ab, die beschlossen hatte, alle Schulen bis Ende Januar zu schließen und vorerst auf reines Homeschooling zu setzen.

Fünf Gymnasien des Bezirks Neukölln hatten per Eilantrag an die Bildungsverwaltung appelliert, angesichts des Corona-Lockdowns und der Infektionsgefahren das Lernen von zu Hause zu verlängern – mindestens bis zum 18. Januar, besser aber bis Monatsende.

Auch in anderen Bezirken regte sich Widerstand, berichtete der RBB. Eine Schulleiterin aus Treptow-Köpenick habe dem Sender mitgeteilt, dass sie ihre Schule am Montag auf keinen Fall öffnen werde.

Zuvor hatten bereits die Berliner CDU, die Bildungsgewerkschaft GEW und Elternvertreter die aktuellen Senatspläne zur schrittweisen Schulöffnung kritisiert. „Wir alle wünschen uns eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität im Bildungsbereich. Das Infektionsgeschehen gibt das aber derzeit noch nicht her“, erklärte der CDU-Vorsitzende Kai Wegner.

Der Senat will jetzt offenbar trotzdem bei seinen Plänen bleiben. 

Der Regierende Michael Müller stellte aber klar, dass er eine schnelle Komplett-Öffnung der Schulen für nicht möglich hält. Denn man könne nicht wegdiskutieren, „dass es auch Infektionsketten gibt aus dem Schulgeschehen heraus.“

Die Linke-Bildungspolitikerin Regina Kittler ging einen Schritt weiter. Sie forderte, die Entscheidung zur raschen Schulöffnung zurückzunehmen – und plädierte dafür, die Schulen bis nach den Winterferien geschlossen zu halten.