Ein kleiner See, über dem das historische Riesenrad seine Kreise dreht: So soll in Zukunft das Herz des Berliner Spreeparks aussehen. 
Ein kleiner See, über dem das historische Riesenrad seine Kreise dreht: So soll in Zukunft das Herz des Berliner Spreeparks aussehen.  Grün Berlin c/o die grille

Ein Riesenrad soll sich über Grün und einem Teich drehen: der Spreepark in Berlin wird ein Kunst- und Kulturpark. Doch bis die Wildnis an allen Stellen neu gestaltet wurde, vergehen noch Jahre.  Die Berliner Zeitung hat bei der landeseigenen Grün Berlin angefragt, was im einstigen VEB Kulturpark, für das Jahr 2023 ansteht. 

Lesen Sie auch:  Gas-Kartuschen im Elektroherd – eine ging schon hoch: Wollte Berliner Wohnung in die Luft sprengen?>>

Im Jahr 2016 übernahm die Grün Berlin das Areal und arbeitet seither daran, es wiederzubeleben. „Ab April 2023 starten wieder die beliebten Führungen sowie die Kunst- und Umweltbildungsworkshops“, teilte das Unternehmen der Berliner Zeitung jetzt mit. In der bereits sanierten Mero-Halle werde es darüber hinaus ein Event-Programm mit Akteuren der Kunst- und Kulturszene geben. Das ca. 1.800 m2 große Gebäude war zu DDR-Zeiten ein beliebtes Spezialitätenrestaurant.

Eierhäuschen im Spreepark vor Wiedereröffnung 

In diesem Frühling soll das Eierhäuschen wieder eröffnen und ein gastronomisches Angebot bereit halten. Biergarten und Restaurant an der Spree knüpfen an alte Traditionen an. 

 1892 gebaut, verfiel das Eierhäuschen  nach der Schließung 1991 immer weiter. Das einstige Ausflugslokal mit Türmchen und Fachwerk soll als eines der ersten Elemente des neuen Spreeparks noch in diesem Frühjahr eröffnen. 

Das Eierhäuschen im Spreepark während der Sanierung im vergangenen Februar. 
Das Eierhäuschen im Spreepark während der Sanierung im vergangenen Februar.  Imago / Gudath

Per Spreedampfer zum Eierhäuschen und Spreepark 

Das markante Gebäude am Spreeufer wird in Zukunft auch per Schiff erreichbar sein. „Die Realisierung des Schiffsanlegers, der künftig zur Anreise zum Spreepark und zum Eierhäuschen genutzt werden kann, wird im ersten Halbjahr 2023 erfolgen“, bestätigte Grün Berlin. „Erste Fahrgastschiffe können den neuen Schiffsanleger voraussichtlich ab dem zweiten Quartal anfahren.“

Lesen Sie auch: Brennpunkt-Kiez Falkenhagener Feld: Quartiersräte schlagen Alarm>>

Auch für Radfahrer soll es eine gute Anbindung an den neuen Spreepark geben. Aus Richtung Rummelsburg/Karlshorst kommend sieht der Berliner Radverkehrsplan den Bau einer neuen Spreebrücke vor. „Sie soll für Fußgänger und Radfahrer eine direkte Verbindung zwischen dem Dammweg auf der Westseite und dem Blockdammweg auf der Ostseite des Flusses schaffen“, so der Bericht der Berliner Zeitung.  Angesichts des Mangels an Planern in den Ämtern ist das  Projekt aber bisher ohne Zeitplan. 

Im Zug der geplanten Wiedereröffnung des Parks kommt es zu weiteren  Bedenken: Wo sollen die Besucher des neuen Parks parken? Im Zuge der verkehrstechnischen Umgestaltung des Areals sind nur wenige neue Stellplätze für Autos sind  vorgesehen. „Für mobilitätseingeschränkte Besucher:innen, das Service-Personal, Lieferfahrzeuge und Gäste von Veranstaltungen im Eierhäuschen wird es maximal 100 Pkw-Stellplätze im Spreepark geben, die nach vorheriger Anmeldung genutzt werden können“, hieß es laut Berliner Zeitung. Sie sollen Ende 2024 fertig sein. Für Fahr- und Lastenräder sind 410 Stellplätze vorgesehen.

Droht Verkehrschaos am Plänterwald ?

Gerade einmal zehn Prozent der Besucher des künftigen Kunst- und Kulturparks werden mit dem Auto kommen werden, rechnet der Senat. Trotzdem werde auf den Stellplätzen im Umkreis eine „100%ige Auslastung eintreten“, räumte Mobilitäts-Staatssekretärin Meike Niedbal in ihrer Antwort auf die jüngste Anfrage der Abgeordneten Katalin Gennburg ein. 

Lesen Sie auch: Eiskunstlaufen: Berlin hat endlich wieder mal ein Traumpaar>>

„Die Antwort des Senats zeigt, dass es in diesem Teil des Bezirks Treptow-Köpenick durch die Eröffnung des Spreeparks nochmal deutlich mehr Verkehr geben wird, zusätzlich zu den bereits überlasteten Straßen, dem jetzt schon ausgelasteten Parkraum und den schlechten oder gar nicht vorhandenen Radwegen“, folgerte Gennburg.  „Das sogenannte ‚Verkehrskonzept‘, das uns Grün Berlin und die Verwaltung präsentieren, wird den Anforderungen nicht gerecht. Es kann das Verkehrschaos, das auf Plänterwald zukommt, nicht verhindern.“