Eichenprozessionsspinner sind ungefährliche Falter, ihre Raupen aber können Allergien auslösen. imago/Bouwmeester

In Berlin lässt das Grünflächenamt Charlottenburg-Wilmersdorf Eichenprozessionsspinner aus den Bäumen saugen. Wie der Bezirk am Freitag mitteilte, gebe es in diesem Jahr einen starken Befall mit dem Schädling. Mit der außergewöhnlichen Bekämpfung habe man nun an der Hans-Rosenthal-Sportanlage am Kühlen Weg begonnen.

Lesen Sie auch: Kommt jetzt wegen hoher Gaspreise ein „gesetzlich verordnetes Frieren“?: Bundesnetzagentur will Mietern die Heizungen runterdrehen – und DAS sagt die Bundesregierung dazu!>>

Der Eichenprozessionsspinner ist ein graubrauner Nachtfalter, dessen auffällig behaarte Raupen sich von den Blättern und Knospen verschiedener Eichenarten ernähren. Die Raupen sollte man nicht berühren. Ihre gesundheitsgefährdenden Brennhaare brechen leicht ab und fallen vom Baum etwa auf Spaziergänger, Radler oder Rastende an Parkplätzen herab. Sie können allergische Hautreaktionen, Augenreizungen, Husten, Halsschmerzen und sogar Fieber auslösen.

Reaktionen auf den Eichenprozessionsspinner erst nach 24 Stunden

Allergische Reaktionen treten nach Behördenangaben nicht sofort, sondern meist erst nach 24 Stunden auf. Auf der Haut können sich Quaddeln oder insektenstichartige Knötchen bilden. Aber auch Husten und Atemnot sowie Schwindel, Benommenheit und Fieber und ein allergischer Schock sind mögliche Folgen.

Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium NRW rät nach einem Kontakt, die Kleidung sofort zu wechseln und Brennhaare auf der Haut mithilfe eines Stück Klebebands zu entfernen, außerdem zu duschen und die Haare zu waschen. Sind die Augen betroffen, sollte man diese ausspülen. Wer ausgeprägte Symptome erleidet, sollte ärztliche Hilfe aufsuchen.

Lesen Sie auch: Am Wochenende ist richtig viel los in der Stadt. Wer nicht an einem See rumhängt, hat die Qual der Wahl>>

Auch wenn die Raupen abgezogen sind, bleibt die Gesundheitsgefahr für den Menschen. Die zurückbleibenden Nester der Raupen sind noch gefährlich, da sich darin abgefallene Haare und abgestreifte Larvenhäute befinden. Laut dem Bayerischen Landesamt für Wald und Forstwirtschaft können die Haare mehrere Jahre lang in der Umgebung erhalten bleiben und reichern sich etwa im Unterholz oder im Bodenbewuchs an.

Veronika Boge/Autobahn GmbH/dpa
Wie hier bei Lübeck werden auch in Berlin-Charlottenburg Nester des Eichenprozessionsspinners von den Bäumen abgesaugt.

Was tun, wenn Eichenprozessionsspinner im Garten ist?

Bei einem Befall im eigenen Garten sollten Spezialfirmen mit dem Absaugen der Gespinstnester beauftragen, rät das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium NRW. Das können zum Beispiel Schädlingsbekämpfer sein, mancherorts hilft auch die Feuerwehr.

Lesen Sie auch: Was wäre eigentlich, wenn es den Mond nicht gäbe? >>

Der Eichenprozessionsspinner ist ein ungefährlicher Nachtfalter. Seine Raupen bilden einen Fressschutz in Form von feinen Härchen, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. In der Regel müssen die Tiere und ihre gespinstartigen Nester nicht entfernt werden: „Man darf nicht vergessen, dass der Eichenprozessionsspinner ein Baustein der Natur ist und als Nahrung für Vögel wie dem Kuckuck dient“, erklärte Wildtierreferent Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt. Außerdem gebe es in der Hauptstadt kein Massenvorkommen wie in anderen Bundesländern. Bisher sehe es danach aus, dass sich Ende Juni die Raupen zu Faltern entwickeln. Dann sei der Eichenprozessionsspinner nicht mehr gefährlich, sagt Ehlert.

Lesen Sie auch: Der „Stiefbruder“ von Frank Elstner: Lutz Jahoda wird 95 >>