Uschi Schumann vergaß ihre Geldbörse im Taxi. Foto: Volkmar Otto

Mit so viel Ehrlichkeit hätte sie nicht gerechnet: Oma Uschi  (82) aus Britz ließ ihre Geldbörse mit 170 Euro Bargeld im Taxi liegen. Dank ihres aufmerksamen Fahrers erhielt sie das Portemonnaie bereits am nächsten  Tag zurück. Nun möchte sie sich bei ihrem netten Chauffeur im KURIER öffentlich bedanken.

„Ich bin noch immer ganz gerührt. Wenn mein Fahrer mir die Geldbörse nicht zurückgebracht  hätte, würden mir jetzt 170 Euro fehlen“, sagt Ursula Schumann. Das war passiert: Am 22. Juli traf sich die zweifache Großmutter mit ihrer Freundin zu einem Spaziergang und anschließendem Mittagessen im Britzer Garten. Als sie gegen 18.30 Uhr nach Hause wollte, rief sie sich am Buckower Damm ein Taxi, da die Strecke für sie mit Rollator zu weit war. „Der Fahrer war ausgesprochen freundlich und sehr gesprächig. Er erzählte mir, dass er an diesem Tag ein sehr schlechtes Geschäft hatte und gleich Feierabend machen wird“, erinnert sich die ältere Dame. 

Als sie an ihrer Wohnung am Neuköllner Damm ankam, habe sie  schon gesehen, dass der Pflegedienst, der sie betreut, vor dem Haus parkte. Da sei sie ganz hektisch geworden, da sie völlig vergessen habe, dass die Schwester um diese Uhrzeit zu ihr kommen wollte. „Ich habe ganz schnell mein Portemonnaie aus meiner Handtasche geholt und dem Fahrer zehn Euro in die Hand gedrückt“, sagt sie. 

Die Schwester habe oben schon auf sie gewartet. Das habe ihr so leid getan, dass sie ihr ein wenig Geld für ein Eis geben wollte. Doch als sie ihre Geldbörse aus ihrer Handtasche holen wollte, habe sie erst einmal einen riesigen Schrecken bekommen: „Meine Handtasche war leer“, sagt sie. Gemeinsam mit der Pflegerin habe sie die ganze Wohnung abgesucht, aber ihr Portemonnaie blieb verschwunden. Sie vermutete, es im Taxi liegen gelassen zu haben. „Als ich abends ins Bett gegangen bin, habe ich mir solche Gedanken gemacht und konnte nicht schlafen. Es war eine ganz schlimme Nacht“, so Oma Uschi.

Die Geldbörse ist wieder da. Welch Freude! Foto: Volkmar Otto

Am nächsten Tag passierte das Wunder: „Ich schaute gerade aus meinem Küchenfenster und sah ich plötzlich ein Taxi anhalten, aus dem mein Fahrer stieg.“ Doch er sei vor ihrem Haus herumgeirrt, weil er nicht genau wusste, wo sie wohne. Sie habe sich dann über die Gegensprechanlage bemerkbar gemacht. „Als er dann bei mir vor der Wohnungstür stand mit meinem Portemonnaie, und dem Geld in der Hand, habe ich fast geweint, weil ich so glücklich war“, so die Rentnerin. Er habe ihr seine Telefonnummer hinterlassen, falls sie mal wieder ein Taxi benötige.

Doch Ursula Schumann lässt das Erlebnis nicht los und hatte sich an den KURIER gewandt, weil sie möchte, dass auch andere Menschen davon erfahren. Außerdem möchte sie ihrem Chauffeur noch ein besonderes Geschenk zukommen lassen, „doch leider geht er nicht mehr ans Telefon“, sagt sie traurig. Auch die KURIER-Reporterin konnte ihn nicht erreichen und hatte auch über die Berliner Taxi-Innung erfolglos nach ihm gesucht. „Ohne weitere Angaben können wir ihn nicht ausfindig machen. Dafür gibt es zu viele Wagen in Berlin“, teilte eine Mitarbeiterin mit. Oma Uschi hofft, dass ihrem Fahrer nichts geschehen ist. Sie sagt: „Ich hoffe, er liest das jetzt im KURIER und meldet sich noch mal. So viel Ehrlichkeit gibt es ja heutzutage nicht mehr. Ich möchte das gern noch mal belohnen.“