Die letzte Ruhestätte von Reinhard Lakomy auf dem Friedhof Blankenburg - sie wird nun einen Stein mit der Aufschrift „Ehrengrab Berlin“ erhalten. imago/Ritter

Er war einer der beliebtesten Künstler der DDR, erfreute mit seinen „Traumzauberbaum“-Kinderplatten das Publikum. Nun wird Reinhard Lakomy acht Jahre nach seinem Tod eine besondere Anerkennung zuteil. Laut Senatsbeschluss wird seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Blankenburg zum Ehrengrab erklärt.

Die Vorbereitungen mit dem Bezirksamt Pankow laufen bereits, sagt Lackys Witwe, Monika Ehrhardt-Lakomy (73), dem KURIER. „Ein kleines Fest ist geplant.“ Der Termin stehe aber noch nicht fest.

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Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatte den Vorschlag gemacht, dass Lakomy ein Ehrengrab bekommen sollte. „Wer aus dem Osten kommt, kennt seinen Traumzauberbaum. Lacky war ein Star aller Kinder“, würdigt der Politiker den Musiker.

Reinhard Lakomy (1946-2013) mit seiner Frau Monika Ehrhardt: Zusammen schrieben sie die „Traumzauberbaum“-Geschichten. imago

Von dem Beschluss erfuhr Monika Ehrhardt-Lakomy in ihrem Urlaub auf Elba, sie habe vor Freude gleich eine Flasche Rotwein geöffnet und darauf im Geiste mit Lacky angestoßen, erzählt sie. „Was mich sehr glücklich macht: Dass mit dem Senatsbeschluss Rio Reiser ebenfalls ein Ehrengrab bekommt. Damit werden zwei Künstler gemeinsam geehrt, die sich zu Lebzeiten gut verstanden haben.“

„Ich freue mich, dass Lacky zusammen mit Rio Reiser geehrt wird“

Lacky aus dem Ostteil Berlins und der Ton-Steine-Scherben-Sänger aus dem Westen der Stadt: „Rio erzählte einmal, dass er ein großer Fan von Lacky gewesen sei, er viel von ihm gelernt habe“, sagt Monika Ehrhardt-Lakomy. Trotz der Mauer, die Berlin trennte, hätten die Musiker miteinander Kontakt gehabt, sich auch getroffen, als Reiser 1988 in der DDR auftrat. Die Verbindung riss auch nach dem Ende der DDR nicht ab.

Rio Reiser starb 1996. Sein Grab befand sich zunächst auf dem Grundstück seines Hauses in Nordfriesland. 2011 wurde der Leichnam auf den Schöneberger St.-Matthäus-Kirchhof umgebettet.

Mit Lacky und Rio Reiser erklärt der Senat noch acht weitere prominente Gräber zu Ehrengräbern. Etwa die Ruhestätten von Schauspielerin Edith Schollwer (1904-2002), die durch das Rias-Radiokabarett „Die Insulaner“ auch im Osten bekannt war, oder das Grab der NS-Widerstandskämpferin Maria Gräfin von Maltzan (1909-1997).

Sänger Rio Reiser (1950-1996): Seine letzte Ruhestätte in Schöneberg soll ebenfalls ein Ehrengrab werden. imago/stock & people

53 bestehende Ehrengräber, etwa die von Bertolt Brecht (1898-1956), Helene Weigel-Brecht  (1900-1971) und Hanns Eisler (1898-1962), wurden verlängert. Denn die Laufzeit dauert 20 Jahre, kann vom Senat verlängert werden.

In Berlin gibt es nun 683 Ehrengräber. Die Kosten für die Pflege übernehmen die Bezirksämter, jährlich 845,64 Euro je Grab. Erst fünf Jahre nach dem Tod kann aus einem Grab ein Ehrengrab werden.