Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Easyjet startet von der Südbahn am Hauptstadtflughafen BER. Künftig sollen es weniger Flieger sein. dpa/Patrick Pleul

Easyjet am Berliner Fluchhafen BER ist auch nicht mehr, was es mal war. Erst schafft die britische Billig-Airline ihre legendäre „Kotzkurve“ ab. Das ist die steile Rechtskurve, die sogenannte Hoffmann-Kurve, die Piloten bei Starts Richtung Osten gleich nach dem Abheben von der Südbahn des Willy-Brandt-Flughafens fliegen sollen, um dicht besiedeltes Gebiet zu schonen. Und jetzt kommt es sogar noch ärger: Es geht ans Eingemachte – Geld und Personal.

Die Fluggesellschaft Easyjet will ihren Standort am Hauptstadtflughafen BER deutlich verkleinern. Ab dem Winter sollen dort nur noch 11 statt 18 Flugzeuge stationiert sein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Von den rund 800 Flugbegleitern und Piloten sollen „unter Umständen“ rund 275 gehen. Hintergrund seien die „hohen und steigenden“ Flughafengebühren sowie eine schwächer als erwartet ausfallende Erholung der Nachfrage nach der Corona-Krise in Deutschland.

Für die „hohen und steigenden“ Flughafengebühren ist unter anderem Berlin verantwortlich, eine weitere Klatsche für die Bundeshauptstadt im Pleiten-, Pech- und Pannen-Drama um den Flughafen nahe Schönefeld. 

Easyjet verpasst Berlin eine weitere Klatsche

Über die konkrete Umsetzung der Easyjet-Sparpläne soll nun mit der Personalvertretung der Kabinenbesatzung und der Piloten gesprochen werden. „Die vorgeschlagenen Anpassungen sind nicht auf unsere Beschäftigten und ihre Arbeit in Deutschland zurückzuführen“, sagte Deutschlandchef Stephan Erler mit. „Sie sind jedoch zwingend notwendig, um die gesamte Geschäftsentwicklung zu einem langfristigen Erfolg zu führen.“ Bislang galt Easyjet als der größte Anbieter am BER.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium äußerte sich überrascht. „Ich bedauere dies insbesondere mit Blick auf möglicherweise betroffene Beschäftigte sehr. Daher hoffe ich, dass die weiteren Gespräche noch Verbesserungsmöglichkeiten bringen können“, sagte Staatssekretär Hendrik Fischer.

Lesen Sie auch: Milliarden-Betrug! SO zocken Corona-Testzentren den deutschen Steuerzahler ab>>

Einen Krisenstab haben Fischer und seine Kollegen in Berlin allerdings noch nicht einberufen. Dabei dürften sich die Verluste für Bund, Berlin und Brandenburg in Sachen Easyjet auf mehrere Millionen Euro im Jahr summieren.