Die Polizei zeigt im vollen Park am Gleisdreieck Präsenz, doch der Erfolg bleibt aus. dpa/Fabian Sommer

Als der Park am Gleisdreieck vor zehn Jahre öffnete und Stück um Stück erweitert wurde, war die Begeisterung bei Anwohnern groß. Doch inzwischen ist sie Frust und Entsetzen gewichen. Müll, Drogen-Hinterlassenschaften und Spuren nächtlicher Verwüstungen haben in der Kreuzberger Grünfläche im Sommer extrem zugenommen. Nun das offizielle Eingeständnis: Land und Bezirk bekommen die Probleme trotz verstärkter Maßnahmen nicht in den Griff.

Zwar seien zusätzliche große Müllbehälter aufgestellt worden, teilte die zuständige landeseigene Grün Berlin GmbH in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken mit. Das „ändere jedoch nicht das Fehlverhalten derjenigen, die den Müll auf den Flächen liegenlassen“. Die tägliche vom Land bezahlte Reinigung des Parks und Leerung der Mülleimer habe an den Wochenenden im Sommer zum Teil doppelt so oft stattfinden müssen.

Vandalismus an Toilettenanlagen durch Obdachlose und Drogenkonsumenten

Zerstörungswut und fehlende Disziplin der vorwiegend jugendlichen und jungen Parkbesucher aus den umliegenden Stadtteilen führt auch zu massiven Problemen mit den Toiletten. „Infolge von extremen Vandalismusschäden an den Toilettenanlagen, der regelmäßigen Besetzung durch Obdachlose sowie vermehrtem Drogenkonsum“ hätten die Toiletten abends geschlossen werden müssen. „Es wurden in der Vergangenheit ganze Toilettencontainer vollständig in der Nacht zerstört oder konnten aufgrund einer dauerhaften Besetzung nicht mehr genutzt werden.“ Auch hier habe man die Reinigungsfrequenz verdoppeln müssen.

Zudem wurde die „Parkaufsicht“ verstärkt, allerdings mit sehr eingeschränkten Möglichkeiten. Bei Lärm und illegalen Partys würde man die Verursacher ansprechen - „unter Vorrang des Eigenschutzes“. Die Parkaufsicht verfüge nicht über ein Hausrecht, so dass „ausschließlich das Ordnungsamt oder die Polizei die nächtlichen Ruhestörungen ahnden“ könnten.

Die Polizei zeige daher inzwischen eine verstärkte Präsenz im Park. Regelmäßig gebe es Lagebesprechungen zwischen der Senatsumweltverwaltung, der Polizei, den Ordnungsbehörden und dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Die Vernetzung sei seit dem Sommer 2021 nochmals enger geworden.