Rechtsmediziner Michael Tsokos sagte im Prozess um den Mord an einer 15-Jährigen an der Rummelsburger Bucht aus.
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Berlins Chefpathologe Prof. Dr. Michael Tsokos (54) ließ keinen Zweifel: Die Schülerin (15), die an der Rummelsburger Bucht starb, wurde erwürgt. Es ist der Tag der Gutachter im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder Bekim H. (42). Erst Rechtsmediziner Tsokos, dann die psychiatrische Gutachterin. Beide mit schlechten Nachrichten für den Angeklagten. Die Psychiaterin: „Er ist voll schuldfähig.“

Das Gericht schaltete den Rechtsmediziner der Charité kurzfristig ein

Den Charité-Rechtsmediziner hatte das Gericht kurzfristig eingeschaltet. Denn die Verteidiger hatten einen epileptischen Anfall als mögliche Todesursache ins Spiel gebracht. H. hatte zuvor behauptet, nach freiwilligem Sex habe er die 15-Jährige „nur leicht gewürgt“. Plötzlich habe sie sich nicht mehr bewegt.

Der Professor nahm den Fall unter die Lupe. Tsokos: „Nicht einer der drei typischen Befunde liegt vor. Die klare Todesursache war Erwürgen.“

In der Nacht zum 5. August 2020 soll H. zum Mörder geworden sein. Lara (Name geändert) begegnete ihm am S-Bahnhof Ostkreuz zufällig. Sie kam von einem Treffen mit Freundinnen, ging freiwillig mit H. mit. Sie liefen zu einer Brache, stiegen noch über einen Zaun. Dann soll H. das Mädchen angegriffen haben. Er habe versucht, die Schülerin zu vergewaltigen, sie dann aus Angst vor Entdeckung umgebracht.

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Er fiel schon in der Jugend durch „dissoziales Verhalten“ auf. Saß dann 13 Jahre im Krankenhaus des Maßregelvollzugs. Er hatte eine Rentnerin (68) brutal vergewaltigt. Wegen einer psychischen Erkrankung kam er nicht in den Knast, sondern in die Gerichtspsychiatrie – von 2011 bis 2014.

Seine Partnerin sagt, der Mann habe sich immer im Griff

Die Psychiaterin nun: „Im Maßregelvollzug ist sehr viel gemacht worden, aber er hat sich allem entzogen.“ Er könne „manipulieren, täuschen, tricksen“.

Die Gutachterin stellte zwar eine „hirnorganische Störung“ fest, die aber führe nicht zu einer eingeschränkten Schuldfähigkeit. Denn H. habe – wie erst im Prozess deutlich wurde – drei Jahre in einer festen Beziehung gelebt. Seine Partnerin (35) sagte: „Er hatte sich immer im Griff.“ Nie habe es Gewalt, einen „Impulsdurchbruch“ gegeben. Nach dem Gutachten droht H. lebenslange Haft. Fortsetzung: Dienstag.