Monika Kuhlmann in der AWO-Freizeitstätte am Schillerpark klickt sich durch das Angebot. 
Markus Wächter

Man kann es kaum glauben, dass es bisher ein Angebot wie dieses in Berlin nicht gab. Eine neue Internetplattform, das „Seniorennetz Berlin“, bündelt berlinweite Angebote aus den Bereichen Freizeit und Bildung für ältere Menschen. Eine digitale Pinwand für nicht kommerzielle Angebote will das Seniorennetz, ein Projekt des Landesverband Berlin der Arbeiterwohlfahrt und des Berliner Designbüros place/making, sein.

Angebote für Senioren: von der Skatrunde bis zum Französischkurs

Kaffeetrinken und Beisammen sein, gemeinsames Gärtnern,  ein Oktoberfest, ein Kurs „Abschalten und Malen“ oder die „Nefertari Bauchtanzgruppe“ haben ihre Angebote schon veröffentlicht. Stricken, Töpfern, Weihnachtsbasteln, Sprachkurse, Spaziergänge in der Natur – nachdem in der Corona-Pandemie viele Angebote für Senioren aussetzen mussten, finden nun wieder Kurse und Begegnungen statt. In Zukunft soll es noch leichter sein, diese Angebote in der Stadt auch zu finden.

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Das Seniorennetz Berlin will es älteren Menschen erleichtern, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Über 500 Einträge aus den Bereichen Begegnung, Kunst und Kreativität, Gesellschaft, Kultur, Politik, Bewegung und Gesundheit, Sprachen und Interkulturelles, Computer und Technik sind bereits online.

Melanie Thoma ist die Projektleiterin  für das Seniorennetz bei der AWO Berlin.  Markus Wächter

„Wichtig dabei ist, dass es sich stets um nicht kommerzielle Angebote handelt“, sagt Melanie Thoma, die Projektleiterin bei der AWO. Alle eingehenden Angebote werden dahingehend geprüft, oder finden mit einem Unkostenbeitrag statt. Zweites Kriterium, um im Seniorennetz zu veröffentlichen: das Angebot muss in möglichst leicht verständlicher Sprache formuliert sein. „Das Seniorennetz ist eine Brücke zwischen den Angeboten verschiedener Träger und den Senioren in Berlin.“, so Thoma. Sie habe schon Angebote ablehnen müssen, weil sie zu teuer gewesen seien. Eine Dampferfahrt für 25 Euro die Stunde etwa, sei im Seniorennetz nicht zu finden.

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Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist untrennbar mit dem Zugang zur digitalen Welt verbunden. Einige Senioren stellt das vor Herausforderungen, nicht alle haben Zugang zu digitalen Technologien. Hier setzt das Seniorennetz an und will digitale Kompetenzen fördern.

Infoboxen mit Tablets für digitale Souveränität

Zusätzlich zur Internetplattform stehen daher in bisher zwei Freizeiteinrichtungen für Senioren, am Schillerpark und in der Seniorenfreizeitstätte Spandauer Straße in Mitte, Infoboxen zur Verfügung. Hier können Menschen unter Anleitung das Seniorennetz am Tablet erkunden. Zwei weitere Bezirke mit jeweils zwei weiteren Infoboxen sollen noch hinzukommen.

Aber auch von jedem anderen Computer lässt sich das Seniorennetz aufrufen: Die Suche nach Freizeit- und Bildungsangeboten kann man dann  nach Sprache, Barrierefreiheit, Thema, Zielgruppe oder Region filtern. Explizit werden auch Senioren mit Migrationshintergrund berücksichtig. Das Angebot soll sukzessive mehrsprachig werden und lädt zum Mitgestalten ein. Geplante Wanderungen, Treffs oder Veranstaltungen können leicht selber eingestellt und einer breiten Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden.

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Monika Kuhlmann, die sich in der Seniorenfreizeitstätte am Schillerpark durch das Angebot klickt, kann sich gut vorstellen, hier in Zukunft Anregungen zu finden. „Ich nutze das Internet oft, um Rezepte zu finden“, sagt sie. Besonders Bewegungskurse interessieren die 73-Jährige. Rückenschule, Energydance, das hält fit. Im Seniorennetz finden sich ganz bestimmt noch mehr Herausforderungen für Monika Kuhlmann.

Das Projekt des AWO Landesverbandes Berlin und dem Entwicklungsbüro place/making kostet insgesamt 400.000 Euro und wurde von der Lottostiftung finanziert.

www.seniorennetz.berlin