Dieter Hallervorden feierte am Wochenende 85. Geburtstag - und spielte Gott. Foto: imago images/Stefan Zeitz

Am Sonnabend feierte der Berliner Kult-Komiker Dieter Hallervorden seinen 85. Geburtstag - und beschenkte sich in seinem Schlosspark-Theater mit einer ganz besonderen Rolle: Der Bühnen-Chef spielte keinen geringeren als Gott! Im Stück „Gottes Lebenslauf“ übernimmt er derzeit die Rolle des Allmächtigen.

Die Story:  Nachdem er die Welt geschaffen hat, langweilt er sich und schreibt einen Lebenslauf für die Jobsuche. Auf Erden muss er sich dann rechtfertigen, ob sechs Tage Arbeit im ganzen Leben nicht ein bisschen wenig seien. Für die „Respektrente“ der SPD reiche das jedenfalls nicht, sagte sein Gegenüber (Peter Bause). Ohnehin wird Gott viel vorgeworfen - aber auch er holt aus.

Die Menschen, findet er, kümmerten sich nicht gut um seine Schöpfung („Mein Sternenhimmel hat eine ganz miserable Einschaltquote“). Hallervordens Figur schimpft über US-Präsident Donald Trump und Rechte, über Waldbrände und den Klimawandel. Seine Schöpfung, sagt er, komme auch gut ohne den Menschen aus.

Hallervorden, der in den 1970ern mit „Nonstop Nonsens“ Fernsehgeschichte schrieb, setzte damit auch an seinem Geburtstag auf Satirisches und Politisches. Vom Publikum von „Gottes Lebenslauf“ gab es ein Ständchen und Applaus. Hallervorden bekam im Schlosspark Theater einen Strauß rote Rosen. Unter den Zuschauern waren unter anderem Schauspielerin Anita Kupsch („Praxis Bülowbogen“), Serienstar Wolfgang Bahro („GZSZ“), Schauspielerin Franziska Troegner („Charlie und die Schokoladenfabrik“) und Entertainer Bürger Lars Dietrich („Sexy Eis“) sowie Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD).

Nun hofft Hallervorden nur noch auf reichlich Zuschauer - denn auch bei ihm hat das Coronavirus die Planungen durcheinander gebracht. Schon im Frühjahr warb er dafür, die Häuser unter strengen Hygieneregeln wieder zu öffnen. Er schrieb einen offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). 

Zu den Premierengästen gehörte auch Schauspieler Herbert Köfer. Foto: imago images/Ralf Müller

Nun dürfen deutlich weniger Plätze besetzt werden, damit ausreichend Abstand herrscht. Auf einigen freigelassenen Plätzen sitzen Puppen. Hallervorden hatte das Haus vor einigen Jahren übernommen und aus dem Dornröschenschlaf erweckt, so nennt er das. Auch sein Sohn Johannes arbeitet dort. Jetzt dürfen für die Vorstellungen erstmal weniger Tickets verkauft werden. Viele hätten ihm gesagt, dass er am billigsten davonkomme, wenn er das Theater geschlossen lasse. „Aber das genau ist ja nun nicht meine Philosophie», sagt Hallervorden. Notfalls will er aus eigener Kasse unterstützen. «Wir werden dieses Theater nicht untergehen lassen.“