Der Angeklagte Kai M. soll als Paketbote haufenweise Sendungen entsorgt haben. Pressefoto Wagner

Die Pakete landeten im Wald: Über 20 Sendungen soll Kai M. (30) einfach in die Landschaft gekippt haben. War es Faulheit?

Der rothaarige Mann steht nun vor dem Richter. Er ist schon länger bekannt bei Polizei und Justiz. Nun geht es um die Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses. Außerdem soll er ohne Führerschein gefahren sein – obwohl ihn Firmen als Auslieferer eingestellt hatten.

Schöne Bescherung: Es geschah kurz vor Weihnachten. Am 2. Dezember 2020 sollte M. 84 Pakete ausliefern. Um 13.30 Uhr war er laut Anklage durch damit: „Er legte sie an einem Feldweg in Gatow ab.“

Ein Radfahrer sah noch, wie ein Mann Kartons in die Landschaft warf. An einem anderen Zeugen sauste dann ein weißer Transporter vorbei – „dann sah ich den ganzen Haufen, holte die Polizei“.

Ein Jäger fand die Pakete im Dreck

Für M. war es das Aus im neuen Job. Warum man ihn eingestellt hatte? Ein Zeuge: „Wir hatten akuten Bedarf, das Weihnachtsgeschäft ist immer stressig.“

Sechs Tage später war er bei einem anderen Subunternehmen tätig – wieder als Auslieferer. In Marzahn wurde sein Fahrzeug, das er laut Anklage ohne Pappe steuerte, mit 180 Sendungen beladen. M. soll kurzen Prozess gemacht haben.

Ein Jäger wunderte sich in der Dunkelheit. Es war kein Wild, das ihm vors Fernglas kam: „Ich saß dort und sah etwas Scharfkantiges.“ Er pirschte sich an – „da sah ich wild abgeladene Kartons.“

148 Sendungen lagen im Dreck. Der Verdacht fiel schnell auf M. – der Scanner, den er als Fahrer hatte, soll die Zustellung im Wald belegen. Der Prozess geht am 11. März weiter.