Der Angeklagte, Manuel N. (23), muss wegen Drogenhandels vier Jahre brummen. Pressefoto Wagner

Wo er als Kind mit Bausteinen und Autos spielte, hortete Manuel N. (23) Drogen und Waffen. Bis Polizisten mit einer großen Ramme kamen. Die Drogen im Kinderzimmer brachten N. nun auf die Anklagebank.

Ein eher gemütlicher Typ mit Bauchansatz. Sein Selbstbild: „Ich bin ein hilfsbereiter und höflicher Mensch.“ Gewalt sei nicht sein Ding – „nie wollte ich Waffen einsetzen“. Die Ermittler kamen ihm im Sommer auf die Spur. Es war 5.58 Uhr am Morgen, als sie am 24. August mit einer Ramme zur Wohnung der Eltern von N. in Spandau fuhren. Schlagartig drangen die Beamten ein.

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Die Eltern geschockt, der kriminelle Sohn allerdings war nicht zu Hause. Er wurde schließlich bei seiner Freundin aus dem Bett geholt. Ein Beamter im Prozess: „Beim Betreten der elterlichen Wohnung nahmen wir bereits typischen Geruch von Marihuana wahr.“ Sie fanden schließlich ein erstaunliches Gemischtwarenlager.

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Die Anklage: „Unter dem Schreibtisch 489 Gramm Blütenstände der Cannabispflanzen.“ Knapp zwei Kilo lagen auf dem Tisch, auf dem Kleiderschrank 3,5 Kilo Cannabis, davor in einem Reisekoffer fast drei Kilo Blütenstände. Die Beamten beschlagnahmten auch 6120 Euro aus Handelserlösen. Und sie fanden ein Waffenarsenal.

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In der Schublade eine Taschenlampe mit Elektroschocker und ein Schlagring

Die Anklage: „Griffbereit in der Schublade des Schreibtischs eine Taschenlampe mit Elektroschocker und einen Schlagring.“ Zwei Pfeffersprays in einer Tasche, auf dem Bett zwei Macheten, im Schrank eine Schreckschusswaffe inklusive Magazin und 15 Patronen, ein Luftdruckgewehr mit Stahlkugeln, etliche Messer.

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Ex-Dealer N. zum Richter: „Waffen fand ich damals cool, habe sie einfach so gekauft, war fasziniert.“ Heute könne er das gar nicht mehr verstehen – „war wohl auch jugendlicher Leichtsinn dabei“. Mit den Drogen wollte er schnelles Geld scheffeln: „Habe aber nicht auf der Straße verkauft, hatte einen festen Kundenstamm im Bekanntenkreis.“

Der Richter: „Es wurden handgeschriebene Listen gefunden.“ Manuel N.: „Manchmal habe ich Buchhaltung gemacht.“ Er sei inzwischen zurück in der Realität, wolle sich fernhalten vom Kiffen. Doch erst gibt es Knast: Wegen bewaffneten Drogenhandels vier Jahre Haft.