Auf der einen Seite die stilisierte Ansicht der Vorfahrt des BER, auf der anderen die Worte „BER Berlin Brandenburg Airport - Für langjährige Dienste“. Foto: Pollandt

„Sehr selten!“ So preist ein Berliner Münzhändler im Internet eine Medaille an, die man auf den ersten Blick für einen Witz halten könnte - angefertigt als Verspottung des Fluchhafens BER, der am 31. Oktober mit jahrelanger Verspätung eröffnet werden soll. Dankt die Aufschrift doch „Für langjährige Dienste“ am BER. Für einen Witz ist die Münze aber zu gülden und zu teuer: 1499 Euro sind als Preis aufgerufen, weit über dem Materialwert.

Bei „Münzen am Zoo“ weiß man nicht, wer das Stück mit 3,5 Zentimeter Durchmesser, laut Prägung aus 585er Gold, hat prägen lassen. Es sei dem Geschäft angeboten worden, heißt es dort, und soll jetzt verkauft werden. Die Medaille wiegt etwas über 19 Gramm, der Goldgehalt - das Feingewicht - liegt bei gut elf Gramm.

Am 31. Oktober 2020 soll vor dem Hauptterminal des BER echtes Reise-Leben beginnen. Foto: Flughafen Berlin Brandenburg GmbH / Günter Wicker

Eine Nachfrage bei der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg  bringt wider Erwarten Aufklärung. Eine Sprecherin der FBB weiß, dass die Münze tatsächlich von der Gesellschaft an Mitarbeiter verschenkt wurde - zwischen 2007 und 2018 bei 25- beziehungsweise 40-jährigen Betriebsjubiläen. Seither seien die Jubiläumsgeschenke  bescheidener geworden, Jubilare können unter anderem zwischen zwei freien Tagen oder Veranstaltungsgutscheinen wählen, sagt die Sprecherin.

Jetzt hat offenbar einer der Beschenkten oder ein Erbe die Zeiten steigender Goldpreise genutzt, um das Gold zu versilbern und den Termin kurz vor der Eröffnung des BER klug gewählt, die lange vor dem Baubeginn 2006 für 2007, dann für 2011, 2012 und 2013 vorgesehen war.