Das ist lange her: Party im Watergate Club Berlin lange vor der Pandemie, im Jahre 2004 imago

Der Staub aus 18 Monaten Pandemie-Schließung ist entfernt, Getränke nachgefüllt und die Soundanlage funktioniert noch: Nun öffnen sich in Berlins berühmtem Nachleben endlich wieder ein paar wenige Türen. An diesem Wochenende werden nach Angaben der Clubcommission vor allem Clubs auch innen wieder zugänglich sein, die bereits in ihren Außenbereichen Veranstaltungen angeboten hatten. „Für alle anderen ist die Vorlaufzeit zu kurz“, sagte Lutz Leichsenring von der Clubcommission. Für die Vorbereitung seien ein bis zwei Monate notwendig.

Nur wer vollständig geimpft oder genesen ist, kann am Wochenende etwa in der „Wilden Renate“, im „Ritter Butzke“, dem „KitKatClub“ oder dem „Watergate“ auch ohne Maske tanzen. Ein negativer Test reicht nicht. Clubs wie „Tresor“ oder „Berghain“ bleiben noch geschlossen.

Gericht hatte generelles Tanzverbot gekippt

Das Verwaltungsgericht hatte vor zwei Wochen das generelle Verbot gewerblicher Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen gekippt. Es argumentierte, uneingeschränkte Öffnungen seien zwar vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht erlaubt, Veranstaltungen ausschließlich für geimpfte und genesene Personen seien jedoch zuzulassen (Az.: VG 14 L 467/21). Das Gericht gab damit dem Eilantrag einer Betreiberin einer Diskothek in der Nähe des Kurfürstendamms in diesem Punkt statt.

Der Virologe Alexander Kekule hatte das 2G-Modell, wie es außer in Berlin auch in Hamburg als Option angeboten wird, scharf kritisiert. Auch Geimpfte könnten das Coronavirus übertragen, Superspreading-Events seien auch unter Geimpften nicht auszuschließen. Geimpfte verhielten sich häufig auch unvorsichtig, was zur Übertragung des Coronavirus betrage, so Kekule.