Das diebische Trio: Elf Monate erhielt Eliza K., neun Monate ihr Verlobter, sechs Monate sein Bruder.
Das diebische Trio: Elf Monate erhielt Eliza K., neun Monate ihr Verlobter, sechs Monate sein Bruder. Pressefoto Wagner

War es Rache oder Gier, die Haushaltshilfe Eliza K. (25) antrieb? Sie packte in einem stattlichen Haus ein, was wertvoll schien. Nun halfen vor Gericht auch kein Ausreden.

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Mit ihrem Verlobten Martin O. (25) und dessen Bruder Ronny (23) musste sie die Anklagebank drücken. Ein diebisches Trio: Sie plünderte die Schätze ihrer Arbeitgeber, der Verlobte kam als falscher Paketbote und holte die Beute ab, sein Bruder war der Chauffeur.

Die Anklage ging von einer Beute im Wert von rund 80.000 Euro aus – Luxus-Uhren seien geklaut worden, eine Geldkassette mit 30.000 Euro und teurer Schmuck. Doch wie wertvoll waren die Dinge tatsächlich? Ein erster Prozess scheiterte an der Frage, nun der zweite Anlauf.

Der Hausbesitzer soll Eliza K. (25) sexistisch angemacht haben

Das Trio geständig, behauptet aber: Rache sei es gewesen. Weil Hausbesitzer Falk G. (52, alle Namen geändert) sie sexistisch angemacht habe. Eliza K.: „Als ich das vierte Mal dort putzte, ging er im Pool splitternackt schwimmen und lief dann nackt rum.“ Anzüglich soll er geworden sein: „Willst du dir Geld auch anders verdienen?“ Eliza K.: „Ich war geschockt.“

Ihr Verlobter rastete aus, als er davon hörte: „Ich wollte ihm das Haus anzünden!“ Eliza K. hatte eine andere Idee: „Ich hatte im Yoga-Zimmer Schmuck entdeckt.“ Sie habe O. nahegelegt: „Solchen Menschen tut man weh, wenn man ihnen was wegnimmt.“

Als sich ihre Auftraggeber zu einer Feier fuhren, witterte die Putzfrau ihre Chance. Sie rief O. an. Der hatte kein Auto, zog seinen Bruder mit in den dreisten Klau. Als ihre Komplizen abgedüst waren, rief Eliza K. bei der Polizei an, tischte die Lüge von einem fremden Räuber auf: „Er drängte sich ins Haus, bedrohte mich.“

Falk G.: „Ich gehe jeden Tag nackt schwimmen, ist ja mein Grundstück.“

Hausbesitzer Falk G. empört über die Behauptungen seiner Ex-Putzfrau: „Ich sah sie drei oder vier Mal.“ Anders als seine damalige Lebensgefährtin arbeite er zu Hause. Falk G.: „Ich gehe jeden Tag nackt schwimmen, ist ja mein Grundstück.“ Aber nie sei er nackt an Eliza K. vorbeigegangen – „wenn ich aus dem Pool komme, nehme ich einen Bademantel.“

Auch ein frivoles Angebot habe es nicht gegeben, erklärte G. im Prozess. Sie habe mehr Geld verdienen wollen wegen einer beabsichtigten Heirat – „ich sagte ihr, dass andere aus dem Tennisverein auch eine Haushaltshilfe suchen“. 30 000 Euro habe er im Haus gehabt, weil er von einem Bekannten einen Porsche kaufen wollte.

Die Diebe behaupteten, die Beute sei nicht so üppig gewesen – „ganz viel Modeschmuck“. Vom Bargeld belohnte O. seinen Bruder mit 1500 Euro. Der Rest sei weg – „verzockt in der Spielbank“.

Die Staatsanwältin sprach von Ausreden, die Richterin war auch nicht überzeugt von der Story ringsherum. Sie ging am Ende von einem Schaden von 40.400 Euro aus – Einziehung wurde angeordnet. Es gab Haftstrafen auf Bewährung: Elf Monate erhielt Eliza K., neun Monate ihr Verlobter, sechs Monate sein Bruder.