Auch Herbert Köfer und June Newton starben im abgelaufenen Jahr. dpa

Sie sind unvergessen, die Toten des Jahres 2021. Sie fehlen, und an manchen Tagen denken wir uns, wie soll es ohne sie weitergehen? Hier eine unvollständige Liste prominenter Berliner Persönlichkeiten, die im abgelaufenen Jahr von uns gegangen sind.

Herbert Köfer: Der Schauspieler, Moderator, Hörspiel- und Synchronsprecher starb am 24. Juli mit 100 Jahren. In seiner 80 Jahre lang währenden Karriere spielte er in mehr als 300 Film- und Fernsehproduktionen wie „Nackt unter Wölfen“, „Rentner haben niemals Zeit“, „Geschichten übern Gartenzaun“ und „Familie Neumann“ mit und wirkte in etlichen Theaterinszenierungen mit wie beispielsweise „Pension Schöller“.  Mit seiner Moderation der Erstausgabe der „Aktuellen Kamera “am 21. Dezember 1952 gilt er als der erste Nachrichtensprecher im deutschen Fernsehen.

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Der Komiker Mirco Nontschew starb am 3. Dezember in Berlin, laut Obduktionsbericht, hatte sein Tod natürliche Ursachen. Die Anteilnahme in Deutschland war riesig. Viele Kolleginnen und Kollegen nannten den 1969 in Ost-Berlin Geborenen eines der größten Comedy-Talente aller Zeiten. Nontschew war durch die Sendung „RTL Samstag Nacht “bekannt geworden. Das Besondere an seinen Auftritten war seine Fähigkeit, Geräusche und Töne zu imitieren.

Der Komiker Mirco Nontschew schloss am 3. Dezember in Berlin für immer die Augen. imago

Klaus Hübner (1924 bis 30. Januar 2021) war ein deutscher Politiker (SPD) und Polizeibeamter. Hübner war von 1965 bis 1969 Mitglied des Deutschen Bundestages und in der heißen Phase vor dem Mauerfall bis 1987 Polizeipräsident in West-Berlin.

Die am 17. Februar verstorbene Sängerin Françoise Cactus wurde mit Berliner Bands wie Lolitas und Stereo Total zum Kult. Fünf Jahre vor ihrem Tod moderierte sie erstmals einmal im Monat „Die Sendung“ auf Radioeins. Cactus lebte seit 1985 in Berlin und war eine wichtige Protagonistin der Berliner Indie-Musik-Szene der letzten Jahrzehnte.

Vor den Nazis aus Deutschland geflohen

June Newton starb am 9. April im Alter von 97 Jahren in ihrer Wahlheimat Monte Carlo. Im Alter von 24 Jahren hatte sie damals den Fotografen Helmut Newton kennengelernt, der vor den Nazis aus Deutschland geflohen war. Das Paar heiratete und blieb fast 60 Jahre zusammen.

Friederike Mayröcker starb am 4. Juni mit 96 Jahren. Das Mitglied der Berliner Akademie der Künste galt als eine der größten Dichter-Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Sie veröffentlichte mehr als 100 Bücher, Gedichte, experimentelle Prosa, Hörspiele, Bühnentexte und Essays.

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Fußballer Ludwig Müller gehörte in den 1960er- und 70er-Jahren zu den Protagonisten der Bundesliga. 1972 wechselte er zu Hertha BSC. 97 Bundesliga-Spiele bestritt er für die Alte Dame. „Luggi“, wie ihn seine Fans nannten, verstarb am 24. Juni nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren.

F.C. Gundlach galt als einer der einflussreichsten Fotografen Deutschlands. Mode war sein Hauptmotiv. Neben Models fotografierte er auch Stars wie Hildegard Knef, Romy Schneider und Zarah Leander. Gundlach, Professor an der Hochschule der Künste Berlin, war auch Förderer jüngerer Fotografen wie Wolfgang Tillmans oder Andreas Mühe. Er starb mit 95 Jahren am 23. Juli in Hamburg.

Kritisches Bewusstsein und klare Analysen

Beim Sender Freies Berlin hatte er Karriere gemacht, Jürgen Engert schloss am 22. August im Alter von 85 Jahren für immer die Augen. RBB-Intendantin Patricia Schlesinger würdigte die Arbeit des ARD-Kollegen so: „Jürgen Engert nahm sich selbst nie wichtiger als die Themen, über die er berichtete. Sein kritisches Bewusstsein und seine klaren Analysen war uns oft Vorbild und bleiben uns Ansporn.“

Er schuf das Parlament der Bäume: Ben Wagin. dpa

Ben Wagin kannte fast jeder. Er hatte dass große Wandbild „Weltbaum II“ direkt am S-Bahnhof Savignyplatz in Charlottenburg geschaffen. Das „Parlament der Bäume“ des Aktionskünstlers im Berliner Regierungsviertel ist heute ein Mahn- und Gedenkort. Wagin starb am 28. Juli in Berlin.

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Die Regisseurin Tatjana Turanskyj war ein Star des feministischen Kinos. Ihre Freunde, Kollegen und Familienmitglieder waren geschockt, als sie am 18. September mit nur 55 Jahren in Berlin nach schwerer Krankheit verstarb.  Ihr Film „Top Girl“ (2014) erzählt von einer jungen Mutter, die als Escort-Dame in Berlin ihr Geld verdient. In ihrem Debütfilm „Die flexible Frau“ (2010) porträtierte sie eine Frau, die sich trotz Geldproblemen nicht der Selbstausbeutung ausliefert.

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Reinhart Schult war eine wichtige Figur des „Neuen Forums“. Er war beteiligt an der Aufdeckung der Wahlfälschung im Mai 1989 in der DDR, mit dabei, als 1990 die Stasi-Zentrale besetzt wurde. Der  Aktivist der Friedens- und Menschenrechtsbewegung starb nach langer, schwerer Krankheit am 25. September. Schult wurde 70 Jahre alt.