Liebe statt Raketen: Wolfgang Lippert zeigt den Aufkleber, der einst auf seinem Trabi war. Foto: Sabine Gudath

Sie ist noch da! Die große Liebe zum Trabi, dem Volkswagen der DDR, an die sich viele Menschen immer wieder gerne erinnern. Das taten nun auch ostdeutsche Promis. Der KURIER traf sie in der Schau „Little Big City Berlin“ unterm Fernsehturm zur Trabi-Erinnerungsrunde. An fünf umgebauten „Rennpappen“, die nun als Autokino die neue Besucher-Attraktion der Ausstellung sind.

Henry Maske im KURIER- Gespräch in einem der Trabis, die nun in der Schau „Little Big City Berlin“ zu sehen sind. Foto: Sabine Gudath

Die Trabi-Runde ist hochkarätig: Wolfgang Lippert (68), „Gentleman“-Boxchamp Henry Maske (56), Schlager-Star Dominique Lacasa (43) und Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss (57) sind gekommen. Alle mit Dingen aus ihrem Trabi-Leben, die nun die Rennpappen in der Schau zieren. Bei Henry Maske (nun Mercedes-Fahrer) ist es ein Sportlenkrad aus seinem zweiten Trabi. „Es war ein 601er De Luxe mit tollen Lautsprechern“, sagt er. Doch Maskes große Trabi-Liebe gehört seiner ersten Rennpappe.

Wolfgang Lippert  hatte vier Trabis

„Ein himmelblauer Trabi, so wie er in einem Schlager besungen wurde. Ich war 20, zahlte 500 DDR-Mark dafür. Es war ein Unfallauto, das mein damaliger Schwiegervater wieder flott machte.“ Gleich vier Trabis hatte Wolfgang Lippert (nun VW Touareg). Sein liebstes Trabi-Stück: Ein Aufkleber aus den 80ern, auf dem „Petting statt Pershing steht“. „Den gab es bei der westdeutschen Friedensbewegung, brachte ihn von einer West-Tour mit, klebte ihn auf meinen Trabi.“

Dominique Lacasa erzählt, wie sie als Kind im Trabi zum Baden gefahren wurde. Foto: Sabine Gudath

Probleme mit DDR-Vopos gab es nicht. „Die schauten nur komisch, wenn sie mich anhielten und den Aufkleber sahen. Sie rätselten, was Petting bedeutet.“ Den englischen Begriff für sexuelle Partner-Stimmulation ohne Geschlechtsverkehr gab es in der DDR offiziell nicht.

Mit Badeklamotten rückt Dominique Lacasa an. „Als ich sieben Jahre alt war, fuhr mein Opa mit mir oft zum Baden – natürlich in seinem Trabi“, sagt die Tochter von Frank Schöbel. Das Auto gibt es noch. „Es steht in der Garage meines Vaters.“

Echte Abenteuer

KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke mit Pierre Sanoussi-Bliss. Foto: Sabine Gudath

Mit Reisetaschen aus seiner Kindheit schleppt Pierre Sanoussi-Bliss an. „Sie erinnern mich daran, wie in den Ferien meine Eltern mit mir und meinen zwei Geschwistern im Trabi in die Hohe Tatra fuhren“, sagt er. „Das war ein echtes Abenteuer und vor allem eine Qual.  Auf den steilen Bergwegen mussten wir aussteigen, den Wagen schieben.

Der Trabi war mit Koffern und Autoersatzteilen für den Notfall so vollgeladen, dass er die Serpentinen nicht schaffte.“ Selber ist der Star nie einem eigenen Trabi gefahren. Lachend sagt er auch warum. „1984 hatte ich mich für einen angemeldet. Auf das Auto warte ich heute noch.“