Ein Foto vom 10. März in Berlin: Die Spritpreise kennen nur noch den Weg nach oben. 2,20 Euro, 2,30 Euro, 2,40 Euro. Imago/Schwarz

Der Blick auf die Zapfsäule tut weh, die Sprintpreise kennen nur noch eine Richtung – den Weg nach oben. 2,20 Euro und mehr sind in diesen Tagen für Benzin und Diesel „normal“ geworden. Doch wie viel macht das für mich aus? Der ADAC hat das für einen Benziner der Kompaktklasse und einen Diesel der Mittelklasse einmal nachgerechnet.

Immer häufiger werden große Umwege zu billigeren Tankstellen gemacht, teils bis ins Ausland. Doch das lohnt längst nicht immer. Denn auch wenn die Spritkosten besonders unmittelbar zu spüren sind, machen sie in der Regel nur einen kleinen Teil der Ausgaben pro gefahrenem Kilometer aus.

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Diese echten Kosten berechnet der ADAC seit Jahren für verschiedenste Fahrzeugmodelle und veröffentlicht sie auf seiner Seite. Angesichts der aktuellen Spritpreise hat der Verkehrsclub für weit verbreitete Fahrzeugmodelle beispielhaft berechnet, wie die kompletten Kosten mit aktuellen Spritpreisen beziehungsweise den Werten aus dem März 2021 aussehen. Und die Unterschiede sind – im Verhältnis zu den Gesamtkosten – überraschend gering.

Zieht man die zuletzt gemeldeten Spritpreise von gut 2,20 Euro pro Liter Super E10 heran, ergeben sich für einen typischen neuen Benziner der Kompaktklasse mit 5,5 Litern Verbrauch und einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern, den sein Besitzer vier Jahre behält, Kosten von insgesamt rund 67,2 Cent pro Kilometer. Mit den Spritpreisen des März 2021 – damals kostete E10 nur 1,45 Euro pro Liter – wären es 63,1 Cent pro Kilometer. Die Spritpreisexplosion macht am Ende also einen Unterschied von 4,1 Cent oder gut sechs Prozent pro gefahrenem Kilometer aus.

Ein Diesel der unteren Mittelklasse verteuert sich um rund sieben Prozent

Bei einem neuen typischen Diesel der unteren Mittelklasse, der 20.000 Kilometer im Jahr fährt, vier Jahre gehalten wird und 4,5 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, sind es aktuell 69,1 Cent pro Kilometer. Mit den Preisen des März 2021 wären es 64,5 Cent - ein Unterschied von rund sieben Prozent.

Entscheidender Grund ist, dass in beiden Fällen der Wertverlust des Autos die Spritkosten in den Hintergrund drängt. Hinzu kommen außerdem noch Fixkosten wie die Versicherung, weitere Betriebskosten vom Motoröl bis zur Wagenwäsche sowie Werkstattbesuche und Reifenverschleiß.

Bei Gebrauchtwagen ist der Wertverlust deutlich geringer, was auch die Kosten pro gefahrenem Kilometer deutlich senkt – und damit die Mehrkosten nach oben schnellen lässt. Allerdings lasse sich der Wertverlust hier auch nur grob prognostizieren, betont man beim ADAC.

Warum der Preissprung Besitzer von Gebrauchtwagen besonders heftig trifft

Zumindest einen guten Anhaltspunkt bieten die Modellrechnungen dennoch: Wer ein vier Jahre altes Auto kauft und weitere vier Jahre fährt, kommt bei einem ähnlichen Diesel der unteren Mittelklasse mit Spritpreisen des vergangenen März demnach auf 34,3 Cent pro Kilometer. Aktuell wären es 39 Cent – ein Unterschied von gut 13 Prozent. Bei der Gebrauchtversion des Kompaktklasse-Benziners wären es mit Preisen des März 2021 noch 37,6 Cent pro Kilometer – jetzt sind es 41,2 Cent oder knapp 10 Prozent mehr.

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All diese Werte sind natürlich nur Anhaltspunkte. Auch weil der individuelle Spritverbrauch je nach Strecke und Fahrergewohnheiten abweicht und natürlich andere Autos mit abweichendem Alter zu anderen Werten führen. Dennoch: Selbst die aktuell exorbitanten Spritpreise machen Autofahren am Ende nur graduell teurer. Die Fahrt zur Tankstelle tut trotzdem weh.