Die Rennpappe ist zurück: Das DDR-Kultauto Trabant erobert wieder die Straßen.
Die Rennpappe ist zurück: Das DDR-Kultauto Trabant erobert wieder die Straßen. dpa/Kristin Schmidt

Was hatte Honecker mal gesagt? Richtig: „Totgesagte leben länger.“ Und das trifft offenbar auch für die DDR-Automarken zu. Nach dem sie nach der Wiedervereinigung fast verschwanden, sind Trabi und Wartburg nun wieder zurück auf unsere Straßen. Das Schöne: Es werden wieder immer mehr - auch in der Hauptstadt-Region.

Laut Kraftfahrtbundesamt ist die Zahl der DDR-Autos gestiegen, die durch Deutschland rollen. Dass die Ostdeutschen wieder vermehrt in ihre geliebte Rennpappe (so wurde der Trabant im DDR-Jargon genannt) steigen und durch die Gegend fahren, sei ein Trend, der sich bereits seit einigen Jahren abzeichne, so die Behörde.

Lesen Sie auch: Schöne Bescherung: Karlshorst sitzt auf dem Trockenen>>

Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen sind 39.342 Fahrzeuge des Kultautos aus Zwickau zugelassen. Mehr als 10.000 sind demnach allein in Sachsen unterwegs – so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland. Auf Platz zwei liegt Brandenburg mit etwa 6300 Trabis, gefolgt von Thüringen (5700).

Lesen Sie auch: Geschäfte zu: Diese Supermärkte in Berlin haben Weihnachten dennoch geöffnet>>

Der erste Trabant war am 7. November 1957 vom Band des VEB Sachsenring Automobilwerke gelaufen. Bis zum Produktionsstopp 1991 wurden insgesamt gut drei Millionen Stück produziert. 2010 zählte das Kraftfahrtbundesamt deutschlandweit noch etwa 34.800 zugelassene Trabis.

Blick in eine Montagehalle: Im einstigen VEB Sachsenring Automobilwerk in Zwickau wurden insgesamt über drei Millionen Trabis hergestellt.
Blick in eine Montagehalle: Im einstigen VEB Sachsenring Automobilwerk in Zwickau wurden insgesamt über drei Millionen Trabis hergestellt. Imago/ClassicPicture

Trabant und Co: Viele Menschen fühlen sich mit den DDR-Autos an ihre Vergangenheit erinnert

Ein Grund für die Beliebtheit sei, dass sich viele mit dem Auto an ihre Vergangenheit erinnert fühlten, sagte der Vorsitzende des Trabant-Clubs Zwickau, Thomas Winkelmann. „Das Auto hat heute einen ganz anderen Wert als noch vor 20 Jahren und ist nun im Bereich des Oldtimers angekommen.“ Ersatzteile seien noch erhältlich, sagte Winkelmann. „Die gängigen Verschleißteile werden noch gefertigt.“

Der DDR-Mittelklassewagen Wartburg
Der DDR-Mittelklassewagen Wartburg Imago/Karina Hessland

Lesen Sie auch: Mülltrennung nach der Bescherung: So recycelt man Geschenkverpackungen>>

Auch der einst in Eisenach produzierte Wartburg ist noch gelegentlich im Straßenbild zu sehen. Laut aktuellen Zahlen sind 8726 einstige DDR-Mittelklassewagen zugelassen, die meisten davon in Sachsen (2058). Die Statistik von 2010 wies noch 7700 Fahrzeuge aus.

1955 wurde im Automobilwerk Eisenach der erste Wartburg unter der Bezeichnung 311 gebaut. Insgesamt liefen etwa 1,2 Millionen Fahrzeuge dieser Marke vom Band. Die Produktion wurde 1991 stillgelegt.

Doch nicht nur Autos aus der DDR-Zeit sind beliebt. Vor allem im Osten Deutschlands sind noch viele Simson-Mopeds unterwegs. Laut Kraftfahrtbundesamt sind mehr als 20.500 Zweiräder zugelassen. Sie wurden einst in der südthüringischen Stadt Suhl gebaut. Dagegen gehören die DDR-Linienbusse vom Typ Ikarus zu Rarität: Nur mehr als 30 haben offiziell die Erlaubnis, im Straßenverkehr zu fahren.