Stanislav N. und Antonio B.: zwei der Angeklagten mit ihren Anwälten.
Stanislav N. und Antonio B.: zwei der Angeklagten mit ihren Anwälten. Pressefoto Wagner

Böses Spiel mit Knarre statt Glück beim Zocken, Wetten oder Tippen: 13 Überfälle auf Spielhallen und Wettbüros sollen auf das Konto einer skrupellosen Räuberbande gehen.

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Vier Männer sitzen nun als mutmaßliche Mitglieder der Gruppe auf der Anklagebank: Ibrahim P. (24), Senad B. (25), Stanislav N. (47) und Antonio B. (27). Sie sollen auf fette Beute gehofft haben. Nach einem Monat aber wurde die Polizei zum Spielverderber: Handschellen klickten.

Die Casino-Räuber rückten mit Waffe und Hammer an

Die Serie begann am 24. März. Gegen 22.15 Uhr stürmten vier Männer in ein Spielcasino in der Residenzstraße (Reinickendorf), brüllten: „Überfall, Geld her!“ Laut Anklage sollen Ibrahim P., Senad B. und Antonio B. beteiligt gewesen sein. Zwei von ihnen hätten sich mit einem Motorradhelm vermummt, einer habe eine „echte schwarz-silberfarbene Faustfeuerwaffe“ drohend nach oben gehalten, ein anderer habe mit einem Messer gedroht.

Den Kassenschlüssel hätten sie verlangt, einem Mann mit dem Magazinboden der Waffe wuchtig ins Gesicht geschlagen. Ein weiteres Opfer wurde in einem Nebenraum „kraftvoll vom Stuhl geschleudert“, so die Anklage. Kassen aber ließen sich in diesem Fall nicht öffnen.

Fünf Tage später rückten drei Casino-Räuber mit Waffe und Hammer an, knackten zwei Spielautomaten und scheiterten am dritten. Am 31. März ein Überfall auf ein Wettbüro in Spandau. Wieder mit einer schwarz-silberfarbenen Knarre. Einer der Gangster trug einen schwarzen Motorradhelm, verlangte Geld: Eine Kassette mit 4500 Euro soll erbeutet worden sein.

Beute aus den Raubzügen: 30.000 Euro

Nach ähnlichem Muster und in unterschiedlicher Beteiligung soll die Bande insgesamt rund 30. 000 Euro eingesackt haben. Ihr Pech: Bilder aus Überwachungskameras und an Tatorten sichergestellte DNA führten auf die Spur der Angeklagten.

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Seit Mitte April sitzen drei der Männer in U-Haft, der vierte wurde im Juni in Köln festgenommen. Ihnen werden unter anderem besonders schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Es drohen Haftstrafen von fünf Jahren aufwärts. Am ersten Prozesstag hüllten sich die Männer in Schweigen. 30 weitere Tage bis 2. Mai 2023 sind bereits geplant. Fortsetzung: Dienstag.