Bildhauer Rudolf Kaltenbach (64) wird ein Mosaik in Form des Brandenburger Tors entstehen lassen, darin verarbeitet sind unter anderem an der Hufeland-Schule gestaltete Steine. Mit dabei sind  (v. l.) Angel (16), Betreuerin Yola (19), Rebecca (14), Sozialarbeiterin Conny Gruhl (33) und Joyce (16). Foto: Sabine Gudath

Ein Kofferraum voller bemalter Steine: Die Aktion eines Bildhauer-Paars, mit Hilfe vor allem von Kindern  und Jugendlichen ein großes Mosaik zu erstellen, nimmt Formen an. Die Werke von Schülerinnen und Schülern der Hufeland-Sekundarschule in Buch landeten jetzt aus dem Heck eines Kombis im Atelier der Künstler. 

Wie berichtet, haben Rudolf J. Kaltenbach und seine Lebens- und Arbeitsgefährtin Silvia Fohrer Tüten mit Steinen in Schulen, Leihbüchereien oder Kirchengemeinden verteilt. 500 waren es im ersten Schritt, gerade haben sie die zweiten 500 in Arbeit. Die Bitte war, sie zu bemalen oder in irgend einer Weise zu bearbeiten. 

An der Hufeland-Schule beteiligten sich 30 Jugendliche aus allen Klassenstufen an der Malaktion, die auch von Yola (19) betreut wurde, die an der Schule ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Die Schulsozialarbeiterin Conny Gruhl, in deren Auto die schwere Stein-Fuhre ankam: „Das war ganz freiwillig, und sie haben mit Begeisterung mitgemacht.“  Alles fand im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt, an denen sich Fohrer und Kaltenbach mit ihrem sei Jahren laufenden Projekt „Steine ohne Grenzen“ beteiligten.

Joyce (16) mit der von ihr bemalten Steinplatte. Foto: Sabine Gudath

Joyce (16) malte beispielweise braune und weiße Figuren, die sich an den Händen halten, oben und unten von Regenbogenfarben eingerahmt und von Herzchen begleitet. „Mensch ist Mensch“, sagt sie, „ich wollte zeigen, dass alle Menschen gleich sind und zusammenleben können.“ Der Appell sei auch nötig, weil auch an ihrer Schule Mitschüler sich hätten rassistische Sprüche anhören müssen. Bei der Mal-Arbeit in der Schulstation stellte sie fest: Es ist cool, Steine zu bemalen - das hält sich länger."

Rebecca (14, l.) und Angel (16) probieren sich unter dem prüfenden Blick Rudolf J. Kaltenbachs im Bearbeiten eines Steins aus. Foto: Sabine Gudath

Bildhauer Kaltenbach ist optimistisch, dass bis zum Herbst noch deutlich mehr Werke bei ihm abgegeben werden, und zeigt im Keller seines Ateliers alte Metallteile. Die sollen in Form des Brandenburger Tors zusammengeschweißt werden. An dem so entstandenen Gerüst, öffentlich aufgestellt, will er dann die Kunstprodukte befestigen.