Welpe Tinka landete über die Weihnachtstage im Tierheim Berlin. Foto: Tierheim Berlin

Diese Tradition ist eine der traurigsten – und sie bleibt in einem Jahr, in dem eigentlich alles anders ist, nicht aus: Auch 2020 endeten die Weihnachtstage für einige Tiere in der  Tiersammelstelle des Tierheims in Falkenberg. Vier Hunde, elf Katzen, zwei Kaninchen und zwei Wellensittiche seien zwischen dem 4. Advent und Weihnachten abgeliefert worden. Mit insgesamt 19 Tieren fällt die Bilanz in dieser Saison etwas positiver aus als in den vergangenen Jahren. Doch jedes Tier ist eines zu viel.

Im Vergleichszeitraum der Jahre 2018 und 2019 seien es mit 37 und 39 Tieren mehr gewesen, heißt es in einer Mitteilung des Tierheims – über die Gründe für die sinkende Zahl könne nur spekuliert werden. Vermutlich haben aber die veränderten Lebensumstände aufgrund der Corona-Pandemie damit zu tun. Viele Menschen verbringen den Winterurlaub zu Hause und haben damit mehr Zeit für ihre Tiere“, teilen die Tierschützer mit.

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Zu den armen Seelen, deren Fest traurig endete, gehört Welpe Tinka: Das Hunde-Mädchen wurde schon am 22. Dezember auf dem Mariendorfer Damm entdeckt, ohne Leine, ohne Geschirr, ohne Orientierung. Ein Passant sei aufmerksam geworden, habe Tinka zur nächsten Polizeistation gebracht – von dort aus ging es weiter ins Tierheim. Die Hündin sei in gutem gesundheitlichen Zustand. Immerhin ein kleines Weihnachtswunder: Die Kleine habe bereits ein neues Zuhause in Aussicht, müsse also nicht lange im Tierheim warten.

Kleines Weihnachtswunder: Für Tinka gibt es schon eine Chance auf ein neues Zuhause. Foto: Tierheim Berlin

Nicht alle hatten so viel Glück. Der Fall einer Katze, die in Hellersdorf ausgesetzt wurde, ist besonders schockierend. Sie saß allein in einer Transportbox und blutete. Das Ausmaß des gesundheitlichen Zustandes habe selbst die erfahrenen Tierärzte schockiert. „Die Katze hatte einen faustgroßen Tumor am rechten Auge. Ihr Allgemeinzustand war so schlecht, dass sie nur noch von ihren Qualen erlöst werden konnte“, heißt es.

Terrier-Mix Püppi ging womöglich beim Gassigehen verloren. Foto: Tierheim Berlin

Jähes Weihnachts-Ende auch für eine echte Omi: Hunde-Dame Püppi, geschätzt 14 Jahre alt, irrte am zweiten Weihnachtsfeiertag nahe des Herrmannplatz umher. „Püppi hat keinen einzigen Zahn mehr im Maul, und sie sieht nicht mehr viel. Die niedliche Hunde-Omi ist gut genährt, sehr freundlich und läuft prima an der Leine, weshalb die Hoffnung naheliegt, dass sie vielleicht nicht ausgesetzt wurde, sondern vermutlich eher beim Gassigehen abhanden kam“, teilt das Tierheim mit. Man hoffe, dass sich der Halter noch meldet.

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Alljährlich landen auch über die Weihnachtstage Tiere im Tierheim. Das Tierheim verhängt deshalb schon vor dem Fest einen Vermittlungsstopp, so auch in diesem Jahr. Doch schon in den Monaten zuvor sei die Nachfrage nach Haustieren enorm gestiegen, auch aufgrund des Corona-Lockdowns. „Umso dringlicher ist unser Appell an die Menschen, sich wirklich nur dann für Haustiere zu entscheiden, wenn auch nach Weihnachten und Corona-Lockdown für eine umfassende Betreuung der Tiere gesorgt werden kann“, erklärt Eva Rönspieß, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin.

„Unüberlegt angeschaffte Tiere finden sich leider nicht selten schon nach kurzer Zeit im Tierheim oder gar heimatlos auf der Straße wieder.“ Am 2. Januar 2021 startet die Vermittlung - viele Tiere warten in Falkenberg auf ein neues Zuhause.