Igor gehört zu den Diabetes-Katzen, die momentan sehnsüchtig auf ein neues Zuhause warten.
Igor gehört zu den Diabetes-Katzen, die momentan sehnsüchtig auf ein neues Zuhause warten. Tierheim Berlin

Im Berliner Tierheim in Falkenberg warten nicht nur Hunde, sondern auch zahlreiche Katzen auf ein neues Zuhause – und während es in vielen Fällen nett ist, die Miezen als „süß“ zu bezeichnen, hat es bei DIESEN Kätzchen eine ganz andere Bedeutung: Lilly, Igor und Willibert gehören zu den Sorgenkindern der Tierschützer, weil sie unter Diabetes leiden. Die Krankheit, die bei Menschen vor allem im Alter oft eine große Rolle spielt, kann nämlich auch Tiere betreffen. Trotzdem sollen die Samtpfoten ein neues Zuhause finden – doch das ist nicht leicht.

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Krankheiten wie Diabetes sorgen leider dafür, dass Tiere zu echten „Ladenhütern“ werden, um diesen unsäglichen Begriff an dieser Stelle einmal zu benutzen. Die Chancen, ein neues Zuhause zu finden, stehen für die Tiere schlecht, denn viele wollen die Verantwortung für die Versorgung nicht übernehmen. Zehn Katzen mit Diabetes seien momentan im Tierheim untergebracht, heißt es. Einige davon seien auch wegen ihrer Krankheit abgegeben worden.

Tierheim Berlin: Katzen mit Diabetes können gut behandelt werden

Dabei sind die Katzen gut zu behandeln – zwar müssen sie, wie es auch bei Menschen mit Diabetes der Fall ist, regelmäßig gespritzt werden, nehmen das aber in den meisten Fällen laut Tierheim gelassen hin. Gespritzt werden müsse es alle zwölf Stunden, dazu seien hochwertiges Futter und feste Futterzeiten wichtig. Trockenfutter tut den Katzen nicht gut, deshalb soll nur Nassfutter gegeben werden. Und wenn es mal ein Leckerli sein muss, dann nur ein hochwertiges. Wer eine Diabetiker-Katze adoptieren will, sollte zudem sicherstellen können, dass es bei Krankheit oder Urlaub eine Ersatz-Betreuung gibt.

Auch Willibert hofft, dass er sich bald auf einem neuen Sofa zusammenrollen kann.
Auch Willibert hofft, dass er sich bald auf einem neuen Sofa zusammenrollen kann. Tierheim Berlin

Wichtig auch: „Wir beraten ausführlich, zeigen das Spritzen und informieren über alles Weitere“, sagt Tierpflegerin Carolin Deller. Die Katzen werden in der Tierarztpraxis des Tierheims auch lebenslang auf ihre Diabetes behandelt – und auch das Insulin gibt es hier. Doch trotz dieser Umstände ist es nicht leicht, ein neues Zuhause für Katzen wie Igor, Mäuschen und Willibert zu finden. Ich hoffe, dass es für die Samtpfoten ein kleines Weihnachtswunder gibt!

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Denn: Fernab ihrer Erkrankung seien sie echte Traumkatzen, heißt es aus dem Tierheim. Etwa Igor: „Er ist sehr zutraulich, genießt Streicheleinheiten und ist einfach eine zuckersüße Schmusebacke“, schreiben die Tierpfleger. „Auch zum Spielen kann man ihn schnell motivieren.“

Wer schenkt Igor, Lilly und Willibert ein neues Zuhause?

Die Prozedur des Spritzens lasse er ohne Probleme über sich ergehen. Auch Lilly sucht ein Zuhause, in dem sie vor allem ganz viel Liebe bekommt. „Bei uns verhält sich Lilly, sobald sie Vertrauen gefasst hat, sehr schmusig und lieb. Sie sucht die Nähe des Menschen, aber die Zeit die wir ihr hier schenken können reicht leider nicht aus“, heißt es auf der Website des Tierheims.

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Einfach süß, aber im doppelten Sinn: Lilly wartet sehnsüchtig auf ein neues Zuhause.
Einfach süß, aber im doppelten Sinn: Lilly wartet sehnsüchtig auf ein neues Zuhause. Tierheim Berlin

Ebenfalls süß: Willibert und Wilhelmine, ein echtes „Katzen-Ehepaar“. Die beiden kamen über eine Sicherstellung wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ins Tierheim. „Beide gehören eher zur ruhigen Sorte Katze und genießen gern den Ausblick aus dem Fenster, lassen sich durch Streichel- und kurze Spieleinheiten verwöhnen und freuen sich auf jede noch so kleine Mahlzeit“, heißt es. Beide seien aber übergewichtig – und bei Willibert habe das bereits zur besagten Diabetes geführt. Aber: „Er ist sowohl beim Spritzen als auch bei der Messung des Blutzuckerspiegels sehr artig und folgsam.“

Ich hoffe, dass die Samtpfoten allesamt ein neues Zuhause bei liebevollen Besitzerinnen und Besitzern finden – und dass nicht noch mehr Diabetes-Katzen im Tierheim aufgenommen werden müssen. Denn Vorbeugen sei leicht – es komme, wie auch beim Menschen, auf die gesunde Ernährung an. „

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Es gibt immer wieder Katzen, die mit schlechten Blutwerten ins Tierheim kommen und denen es allein schon durch die Umstellung von Trocken- auf Nassfutter deutlich besser geht“, sagt Tierpflegerin Carolin Deller. „Zwar sind sie ihr Leben lang Diabetiker und müssen regelmäßig kontrolliert werden, aber häufig brauchen sie dann kein Insulin mehr.“ Wer den süßen Miezen aus dem Tierheim ein neues Zuhause geben will, findet weitere Informationen auf der Website des Tierheims.

Florian Thalmann schreibt jeden Mittwoch im KURIER über Tiere.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com