Polizisten sperren im Dezember 2017 die Straßen um einen Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt ab. Seit einem Sprengstoff-Fund dort suchte die Polizei nach einem ominösen Täter. Foto: dpa/Christian Pörschmann

Mehr als drei Jahre nach den Erpressungsfällen bei dem Paketzusteller DHL hat sich ein Mann bei der Staatsanwaltschaft Potsdam gemeldet. Das bestätigte am Mittwochabend der Leitende Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann. „Es hat sich bei uns ein Mann gemeldet und dessen Angaben überprüfen wir nun“, sagte Lehmann. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Nach dpa-Informationen bezichtigte sich der Mann selbst der Taten. Die Ermittler wollen nun prüfen, ob der Mann tatsächlich Täterwissen hat oder ob es sich möglicherweise um einen sogenannten Trittbrettfahrer handelt.

Er verschickte Paketbomben, gefährdete Menschenleben

Die Polizei fahndet seit April mit einem Foto nach dem mutmaßlichen DHL-Erpresser. Er soll sich in an DHL gerichteten Mails selbst als „Omar“ bezeichnet haben. Die Pakete, die „Omar“ verschickte, sollen durchaus geeignet gewesen sein, Menschenleben zu gefährden. Anfang November 2017 war eine erste explosive Sendung im Postzentrum Frankfurt (Oder) eingegangen. Beim Öffnen fing das Päckchen Feuer und brannte mitsamt dem Erpresserschreiben ab.

Mit diesem Bild fahndete die Polizei nach dem mutmaßlichen Paketbomber und DHL-Erpresser. Foto: Polizei Brandenburg

In der Potsdamer Innenstadt deponierte er einen Sprengsatz mit Nägeln

Einen Monat später erhielt eine Apotheke in der Potsdamer Innenstadt ein verdächtiges Paket. Weil ihm die Sendung beim Öffnen verdächtig vorkam, alarmierte der Apotheker die Polizei. Die Beamten evakuierten die Umgebung, auch den nahen Weihnachtsmarkt. Das Paket wurde gesprengt. Die Sendung enthielt einen mit Nägeln präparieren Sprengsatz und einen QR-Code, der jedoch durch die Sprengung zerfetzt worden war. Experten konnten den QR-Code wieder lesbar machen, der die Fahnder zu dem digitalen, in dem Code hinterlegten Erpresserbrief führte. Der Unbekannte forderte darin zwölf Millionen Euro in der Kryptowährung Bitcoin.