Nur wenige werden so feierlich in Gegenwart von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue eingebürgert.  imago/Ipon/Stefan Boness

Berlin, die weltoffene Metropole. Das hört sich immer gut an, aber wer sich als Ausländer einbürgern lassen will, dürfte in einigen Bezirken einen anderen Eindruck gewinnen. In Pankow muss sich der Antragsteller bis zu einem halben Jahr gedulden, bis er überhaupt eine Eingangsbestätigung erhält, während Friedrichshain-Kreuzberg maximal zehn Tage dafür braucht. Ebenfalls in Pankow dauert das eigentliche Verfahren im Schnitt zwischen anderthalb und zwei Jahren, höchster Wert aller Bezirke.

Das antwortete die Senatsinnenverwaltung auf Anfrage der CDU-Abgeordneten Cornelia Seibeld. Die ist über einen Teil der Antwort verblüfft. Es dauere oftmals ein Jahr und länger, das Verfahren abzuschließen, hieß es vom Senat, weil sich Einbürgerungswillige vielfach erst aus ihrer alten Staatsangehörigkeit entlassen lassen müssen. Dazu kämen die Klärung der Identität des Antragstellers, die „verzögerte Mitwirkung der Antragstellenden“ und gegebenenfalls die Dauer der Beantwortung von Fragen des Bezirks an Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt.

Seibeld meint, das Problem mit der Entlassung aus der bisherigen Staatsbürgerschaft könne bei einigen Nationalitäten ja so sein, könne aber nicht die Erklärung sei, dass es eben in Pankow bis zu zwei Jahre, in Zehlendorf-Steglitz bis zu 20 Monate bis zur Einbürgerung dauere, in Mitte aber nur vier oder in Treptow-Köpenick drei bis sechs Monate. Dabei verzeichnete Pankow mit 481 Einbürgerungen im vergangenen Jahr nicht einmal die höchste Zahl, sondern Friedrichshain-Kreuzberg mit 850. Dort dauerte ein Verfahren im Schnitt ein Jahr.

Die Abgeordnete befindet, „dass die Einbürgerung als Ziel der Integration für Menschen, die sich dafür entschieden haben“, in Berlin bestenfalls mäßigen Erfolg habe.

Eigentümlich erscheint Seibeld auch, dass etliche Bezirke bei statistischen Fragen keine Antworten an den Senat liefern konnten. Staatssekretär Aleksander Dzembritzki (SPD) konnte deshalb auch keine Mitteilung darüber machen, wie viele Einbürgerungsanträge positiv beschieden und tatsächlich am Ende von den Antragstellern genutzt wurden. Das ließe sich auch nicht errechnen. Zentral erfasst würden die Zahlen ohnehin nicht.

Von allen Bezirken lieferte nur Steglitz-Zehlendorf (ungefragt) eine Erklärung, warum die Verfahrensdauer sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren ständig verlängert hat: „Angespannte Personalsituation.“