Eine Junkers JU 52: So eine Maschine wurde in Brandenburg vor 77 Jahren abgeschossen.
Eine Junkers JU 52: So eine Maschine wurde in Brandenburg vor 77 Jahren abgeschossen. Imago/Holger John

Geschichte kann spannender als jeder Krimi sein. So einen historischen Thriller präsentiert jetzt der RBB in einer Doku.

20. April 1945, Hitlers Geburtstag. 70 Kilometer vom umkämpften Berlin entfernt schießt die Rote Armee ein Zivilflugzeug der Deutschen Lufthansa vom Himmel. Die Maschine ist auf dem Weg ins österreichische Enns. Kurz nach dem Start in Tempelhof geht die abgeschossene JU 52 mit 18 Menschen an Bord zu Boden, stürzt in ein Brandenburger Waldgebiet und geht in Flammen auf.

Nur ein Berliner Ingenieur kann in letzter Sekunde dem Inferno entkommen, in dem seine Mitpassagiere sterben. Das ist Ausgangspunkt der Doku „Der letzte Flug - Ein deutsches Geheimnis“ von Jan Peter und Sandra Naumann. Der RBB-Film ist am Montag um 23.35 Uhr im Ersten und in der Mediathek zu sehen.

Als die sterbliche Überreste der Absturzopfer ein Jahr nach Kriegsende auf dem Friedhof Glienig anonym bestattet werden, bleiben viele Fragen rund um den sogenannten „Letzten Flug“ unbeantwortet: Wer war an Bord der Maschine und wer durfte das von den Alliierten bombardierte Berlin - noch dazu an einem symbolträchtigen Tag wie Adolf Hitlers Geburtstag - zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch verlassen? Warum gibt es bis heute keine Passagierliste? Warum wurde die Crew kurz vor Abflug aus Berlin noch einmal ausgetauscht?

Was hat es mit den Gerüchten auf sich, hochrangige NS-Größen und Günstlinge des Regimes wie der Spielfilm-Regisseur Hans Steinhoff („Hitlerjunge Quex“) hätten sich mit Flügen wie diesem in Richtung einer Alpenfestung der Nazis absetzen wollen? Und wohin sind die großen Mengen an Geld, Schmuck und Wertpapieren verschwunden, die sich angeblich an Bord der Maschine befunden haben sollen?

„Der letzte Flug - Ein deutsches Geheimnis“ geht diesen Fragen in Form eines True-Crime-Doku-Thrillers auf den Grund.