Viele freuen sich auf das 9-Euro-Ticket, auch KURIER-Reporter Florian Thalmann. imago/Christian Ohde

Na, ist Ihnen auch schon warm? Es ist kein Wunder: Heute sollen es in Teilen Deutschlands, auch in Berlin bis zu 30 Grad werden! Das bedeutet: Der Sommer ist da! Und schon jetzt steht für mich fest: Die schönste Jahreszeit wird 2022 so schön wie nie. Der Grund sind für mich aber nicht die Temperaturen, sondern das 9-Euro-Ticket.

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Schon als ich davon hörte, dass der Fahrschein kommen soll, war ich begeistert: Seit Jahren rege ich mich über die Bahnpreise auf. Verstehe nicht, warum man für ein Ticket teils astronomische Summen bezahlt, dann bei Hitze im überfüllten Zug neben dem stinkenden Klo stehen muss. Keine Übertreibung, mir ist das passiert.

Das 9-Euro-Ticket entschädigt für viele Horror-Fahrten mit der Bahn

Es war im Mai 2016, der Sommer begann ebenfalls früh. Ich fuhr vom sächsischen Bad Schandau nach Berlin … und konnte in dem völlig überbuchten Zug nirgendwo sitzen. Stattdessen verteilte ich – kein Scherz – vor der Zugtoilette Taschentücher, weil es kein Papier mehr gab.

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Ich kann mich auch daran erinnern, dass die Tür zum nächsten Abteil defekt war und sich im Abstand von wenigen Minuten immer wieder automatisch und lautstark öffnete. Und dass die Fahrkartenkontrolleurin trotz der Tatsache, dass wir wie die Sardinen standen, sich trotzdem durch die Menge quetschte, um zu kontrollieren, dass auch wirklich jeder einen Fahrschein hat. Preis für den ganzen Spaß: 90 Euro.

Das 9-Euro-Ticket gilt von Anfang Juni bis Ende August in Regionalzügen. dpa/Moritz Frankenberg

Aber: Schwamm drüber! Nun geht es für ein Zehntel davon einen Monat lang quer durch Deutschland – das 9-Euro-Ticket kommt! In Berlin wird es sogar schon seit diesem Freitag verkauft. Das Glück ist – zugegeben – bei jenen, die da nicht nur auf Wochenenden angewiesen sind. Denn zu diesen Stoßzeiten wird es in den Bahnen sicher voll. Aber trotzdem wird jeder einen Weg finden, das Angebot auszukosten. Ich bin sogar überfordert: Für so wenig Geld steht mir ganz Deutschland offen.

Geht es Ihnen auch so? Da habe ich einen heißen Tipp: Ich habe im Internet eine Karte entdeckt, die zeigt, wohin man fahren könnte. Auf direkt.bahn.guru geben Sie einfach den Abfahrtsbahnhof ein, etwa Berlin-Ostkreuz. Dann bekommen Sie angezeigt, wohin Direktverbindungen gehen. Kleine, bunte Punkte erstrecken sich vom Bahnhof aus wie ein Netz über die Karte. Viele davon Ziele für das 9-Euro-Ticket.

9-Euro-Ticket: Probieren Sie es mal mit einer „Fahrt ins Blaue“!

Der Service ersetzt keinen Fahrplan – aber kann eine gute Inspiration sein. Ich war noch nie in Wismar. Doch nun weiß ich: Der Zug dorthin, der RE2, fährt drei Stunden und 27 Minuten. Eine andere Option, sich inspirieren zu lassen: Die Bahn bietet auf ihrer Website die Regional-Netze aller Bundesländer an. Auch hier lohnt sich ein Blick … Eine andere Idee: Warum probieren wir mit dem 9-Euro-Ticket nicht mal mit einer „Fahrt ins Blaue“? Ich werde vielleicht einfach mal zum Bahnhof fahren, in den nächsten Regio steigen und schauen, wohin er mich bringt. Man muss sich ja keine Sorgen ums Ticket machen.

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Natürlich kann ich verstehen, dass es viele gerade nach der Corona-Zeit ins Ausland zieht. Ich werde die Gelegenheit nutzen, mit dem 9-Euro-Ticket die Heimat zu erkunden. Denn eine solche Chance kommt so schnell nicht wieder. Es sei denn, die Idee eines günstigen Öffi-Tickets setzt sich durch. Das wäre toll, ist in unserer Auto-Republik aber unrealistisch.