Inzwischen geht es den Katern im Tierheim ein kleines bisschen besser. Foto: Tierheim Berlin

Erst im Juli sorgte ein dramatischer Fall von Tierquälerei bei Berliner Tierfreunden für Entsetzen – drei wehrlose Kater in verheerendem Zustand wurden damals in Reinickendorf ausgesetzt, sie mussten im Tierheim über Wochen aufgepäppelt werden. Nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Erneut entsorgte ein Katzenbesitzer seine Tiere in einem Karton, erneut sind es drei Kater der gleichen Rasse, erneut ist der Zustand der Tiere erschreckend. Hat der Katzen-Quäler von Reinickendorf wieder zugeschlagen?

Die Kater litten unter schweren Augenentzündungen. Foto: Tierheim Berlin

Die drei wehrlosen Kater wurden bereits am 29. November im Hundeauslaufgebiet Arkenberge in Blankenfelde entdeckt – auf dem Parkplatz des Gebietes hatte jemand einen zugeklebten Karton abgestellt, darin saßen die Katzen. Die Temperaturen lagen zu dem Zeitpunkt knapp unter dem Gefrierpunkt – einzig und allein zwei kleine Luftlöcher habe der Täter in den Karton gebohrt. Ein Passant habe die Kiste bei einem Spaziergang mit seinem Hund entdeckt, teilt das Berliner Tierheim, wo die Tiere untergebracht sind, mit. „Laut Finder waren die Kater halb erfroren“, heißt es.

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Bereits im Juli hatte ein fast identischer Fall für Aufsehen gesorgt. Drei junge Kater waren damals in der Hermsdorfer Straße in Reinickendorf gefunden wurden, eine Passantin hatte sie in einem Karton entdeckt, der lieblos hinter einem Baumstumpf abgestellt war (der KURIER berichtete). Der Zustand der Haustiere: Verheerend. „Alle drei Kater waren arg geschwächt, abgemagert und stark verwahrlost, mit kahlen Stellen im Fell und teils wunder Haut“, hieß es damals. „Sie litten an schwerem Durchfall und waren über und über mit Kot verschmiert.“ Im Tierheim wurden sie als akute Notfälle aufgenommen. „Die Testergebnisse aus der Tierarztpraxis ergaben hochgradige bakterielle Infektionen mit E.coli und Clostridien.“ Sie wurden über Wochen aufgepäppelt, konnten inzwischen ein neues Zuhause finden.

Völlig verwahrlost und halb erfroren: So kamen die Kater auf die Krankenstation. Foto: Tierheim Berlin

Auch beim aktuellen Fund sind die Tiere in sehr schlechtem Zustand. Und: Die Parallelen mit dem Juli-Fall sind erschreckend. Männliche Langhaarkatzen der Rasse Maine-Coon, einer davon rot, zwei braun-getigert. Alle leiden unter Augenentzündungen, einer unter Durchfall. Und nicht nur das: Die Tierpfleger hätten, berichtet das Tierheim, einen ähnlichen Geruch wahrgenommen, der schon die Juli-Kater umgab. „Es ist, als hätte man dieselben Tiere nochmal ausgesetzt“, heißt es.

Wer setzt solche hübschen Kater in der Kälte aus? Foto: Tierheim Berlin

Tierheim-Sprecherin Annette Rost zeigt sich entsetzt. „Wir sind schockiert und gleichzeitig sehr besorgt wegen der Ähnlichkeit dieser Fälle“, sagt sie. „Schon bei den ersten drei Katern hatten wir die Befürchtung, dass es vielleicht noch mehr Tiere dort gibt, wo sie herkamen. Jetzt haben wir vermutlich die Bestätigung.“ Tiere auszusetzen sei schon schlimm genug. „Aber bei Temperaturen unter null in einem Karton auf einem abgelegenen Platz – ich bin sprachlos und wütend. Es war großes Glück, dass sie überhaupt gefunden wurden.“ Sie appelliert: „Wer auch immer dahinter steckt: Wenn Sie noch mehr Katzen haben, bitte übergeben Sie diese verantwortungsvoll notfalls an uns, statt sie in der Kälte nach und nach auszusetzen!“

Die Behandlung der Tiere wird noch Wochen dauern. Foto: Tierheim Berlin

Die Behandlung der Tiere werde Wochen dauern und kostenintensiv sein – das Tierheim bittet darum um Spenden. Außerdem wird, wie schon beim vergangenen Fall, die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Wer erkennt die Kater auf den Bildern? Wer hat vielleicht Nachbarn oder Bekannte, bei denen Verdacht auf schlechte Katzenhaltung besteht? Sachdienliche Hinweise bitte per Email an tierschutzberater@tierschutz-berlin.de oder telefonisch unter 030 76888-135.