Klassische Corn Dogs bestehen aus aufgespießten Hot-Dog-Würstchen in einer Maisteighülle. Traditionell gibt es Senf und Ketchup dazu. dpa/amerikanisch-kochen.de

Im Streetfood-Mekka Berlin sind sie sie gerade superangesagt: Corn Dogs, ein eigentlich amerikanischer Fast-Food-Klassiker, der jetzt auch unsere Mägen erobert. Die hippe Markthalle Pfefferberg (Schönhauser Allee 176, Mitte) etwa preist seit Januar das Angebot der „Corndog Ninjas“ als „eine ganz neue Erfahrung“ an. Mit so großen Erfolg, dass jetzt aus „Berlin's First Korean Corndogs“ ein eigenes Restaurant werden soll, wie auf Instagram verkündet wird. Was Corndogs genau sind, wie sie schmecken und wie man sie selbst machen kann, erklären wir hier mit Rezepten.

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„Corn Dogs sind in Amerika seit Jahrzehnten ein beliebter Fast-Food-Klassiker“, sagt Küchenmeisterin und Kochbuchtautorin Joana Gimbutyte. Nun werden sie auch in Europa immer beliebter. So sei in Wien vor dem vermutlich ersten Lokal, das Corn Dogs anbot, ein echter Hype mit langen Warteschlangen entstanden, erzählt Gimbutyte, die sich in ihrem jüngsten Buch des Themas annimmt.

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Was genau sind nun also Corn Dogs? Der Klassiker sind Würstchen, zum Beispiel Hot-Dog-Würstchen in einer Maisteighülle (Corn heißt auf Englisch Mais), die in heißem Fett goldgelb ausgebacken werden, erläutert Foodbloggerin Christine Kuhlmann. Traditionell gibt es Senf und Ketchup zu den Corn Dogs. „Aber es schmecken auch Honig-Senf-Dip, Majo, Ranch Dressing oder BBQ-Sauce“, sagt die Expertin, die sich in ihrem Blog und auf ihrem YouTube-Kanal mit amerikanischer Küche beschäftigt.

Das „Corn Dogs - trendiges Streetfood in 40 Varianten“ ist im Leopold Stocker Verlag (12,95 Euro) erschienen. dpa/Claudia Plattner/Leopold Stocker Verlag

In den USA sind Corn Dogs ein beliebter Snack auf Volksfesten und Partys aller Art. Außerdem werden sie gern als Super-Bowl-Snack serviert und auch als klassisches Streetfood angeboten. Das Grundrezept für den Teig besteht aus Mais- und Weizenmehl, Backpulver, Öl, Pfeffer, Salz, Eiern und Buttermilch. Die Würstchen werden zunächst mit etwas Mehl bestäubt, damit der Teig besser haftet, aufgespießt und dann mit einer Drehbewegung im Teig gewendet.

Das geht besonders gut, wenn der Teig in ein hohes Gefäß gefüllt wird, in das die Spieße einfach eingetaucht werden können, rät Kuhlmann. Anschließend werden die Corn Dogs im heißem Fett ausgebacken.

Die sogenannten Korean Corn Dogs oder Kor Dogs sind oft mit Hefeteig ummantelt

Zum klassischen Rezept gibt es unzählige Varianten: vegan mit Gemüse, feurig scharf mit Jalapeños, Veggie-Dogs mit Shrimps oder Cheddar anstatt Würstchen. Auch Joana Gimbutyte hat sich für ihr Buch „Corn Dogs“ zahlreiche Variationen einfallen lassen. Zu ihren Kreationen gehören „Nürnberger Dogs im Zwiebelteig“, „Mozzarella Dogs im Semmelbröselteig“, „Chorizo Dogs im Vollkornteig“, „Tofu Dogs im Wasabiteig“ oder auch „Obst Dogs im Dinkelteig“ und „Kaiser Dogs im Schmarrenteig“.

Aber nicht nur Amerika kann den Snack am Spieß für sich reklamieren. Auch in Südkorea hat sich ein ähnlicher Trend entwickelt. Die sogenannten Korean Corn Dogs oder Kor Dogs sind oft mit Hefeteig ummantelt. Außerdem werden sie auch in herzhaften Versionen zum Schluss häufig mit Zucker bestreut, wie Gimbutyte erzählt. Eine weitere Spezialität ist, dass in den Teig eine Zutat mit Biss wie zum Beispiel vorgekochte Kartoffelwürfelchen kommt.

Gimbutyte wickelt für Ihre „Kor Dogs“ Frankfurter Würstchen zunächst in dünn ausgerolltes, mit Senf bestrichenes und mit Käse und Bauchspeck belegtes Tramezzini-Brot. Die Dogs werden dann in Maisteig gewendet und in Pommes-Würfeln gewälzt. Zu den ausgebackenen „Kor Dogs“ serviert die Küchenmeisterin einen selbst gemachten Zwiebel-Gurken-Senf.

Auch eine Möglichkeit für Korean Dogs: Die Würstchen werden zunächst in Maisteig gewendet und dann in Pommes-Würfeln gewälzt. dpa/Claudia Plattner/Leopold Stocker Verlag

Entscheidend für das Gelingen von Corn Dogs sind die Konsistenz des Teigs und die Temperatur des Frittierfetts. Der Teig muss zähflüssig, fast breiartig sein, damit er gut haftet. Wenn der erste Versuch nicht optimal klappt, kann einfach ausgebessert werden. Den Teig mit etwas Flüssigkeit zu verdünnen oder mit Mehl anzudicken, sei kein Problem, sagt Gimbutyte.

Die Temperatur des Fetts sollte beim Frittieren zwischen 160 und 180 Grad liegen, damit die Corn Dogs außen schön knusprig und innen gar sind. Der Topf, in dem frittiert wird, muss so groß sein, dass die Snacks inklusive Spieß liegend darin Platz finden. Als Spieße empfiehlt Gimbutyte Holzstäbchen, da Metall zu heiß wird. Je nach Rezept sind auch Zitronengrasstängel eine geschmackvolle Alternative.

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Wer Gefallen an dem trendigen Fingerfood findet, für den lohnt sich auch die Anschaffung eines Corn Dog Makers. Er funktioniert ähnlich wie ein Waffeleisen und ist ab circa 25 Euro zu haben. Gimbutyte rät, den Teig, der etwas dünnflüssiger sein muss als für das Ausbacken in der Pfanne oder Fritteuse, mit einem Spritzbeutel in den Corn Dog Maker zu füllen. Die aufgespießten Leckereien werden dann im Teig gedreht, bevor das Gerät zugeklappt.

Ganz ohne Frittieren kommen auch Kuhlmanns „Corn Dog Muffins“ aus. Dafür füllt sie Maisteig in Muffinförmchen und steckt ein auf die entsprechende Größe zugeschnittenes Stück Wurst in die Mitte. Der Würstchen-Snack wird dann im 180 Grad heißen Backofen gebacken. Wie alle anderen Muffins schmecken auch die „Corn Dog Muffins“ warm und kalt gut.

Sie wollen es selbst ausprobieren? Hier finden Sie zwei Rezepte zum Selbermachen.

Klassische amerikanische Corndogs

Zutaten für vier Personen: 100 Gramm Weizenmehl, 100 Gramm Maismehl, ein 1/2 Päckchen Backpulver, 1/2 Teelöffel Cayennepfeffer, 1/2 Teelöffel Knoblauchpulver, 1 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel Zucker, 2 Esslöffel Öl, 200 Milliliter Buttermilch, 2 Eier, acht kurze oder vier lange Wiener Würstchen (auch vegetarisch möglich), Senf, Ketchup

Schritt 1: Bereiten Sie den Teig zu. Zuerst die Gewürze, die Eier, das Öl und die Buttermilch miteinander mit einem Schneebesen verrühren, bis alles gut vermischt ist. Dann Weizen- und Maismehl klumpenfrei unterrühren.

Schritt 2: Den Teig in ein hohes Glas geben, so lassen sich die Würstchen besser ummanteln.

Schritt 3: Haben sie lange Wiener Würstchen, werde diese jetzt halbiert. Die Würste dann in ein wenig Mehl wenden, damit der Teig besser haften bleibt, und auf vier Holzstäbe spießen.

Schritt 4: Jetzt die Würste am Spieß in das Glas mit dem Teig tauchen und ummanteln.

Schritt 5: Danach kommen die Spieße in das 160 bis 180 Grad heiße Fett. Entweder in einer Fritteuse oder in einen hohen Kochtopf, der mit Pflanzenöl gefüllt ist.

Schritt 6: Wenn der Teig goldbraun ist, ist er fertig. Jetzt noch nach Vorliebe mit Senf und/oder Ketchup verzieren.

Koreanische Corndogs

Zutaten für vier Personen: 1 gehäufter Teelöffel Trockenhefe, 200 Milliliter lauwarmes Wasser, 40 Gramm Zucker, 1 Ei, 250 Gramm Mehl, 1 Teelöffel Salz, Panko-Paniermehl, acht kurze oder vier lange Wiener Würstchen (auch vegetarisch möglich)

Schritt 1: Das Ei aufschlagen, Zucker und Hefe unterrühren, Mehl und Salz klumpenfrei unterrühren und zu einem glatten Teig verkneten. Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und zwei Stunden stehen lassen.

Schritt 2: Haben sie lange Wiener Würstchen, werde diese jetzt halbiert. Dann die Würste auf Holzstäbchen aufspießen und mit dem Teig ummanteln.

Schritt 3: Dann den Corn Dog in Pankomehl wenden und die groben Brösel leicht andrücken.

Schritt 4: Danach kommen die Spieße in das 160 bis 180 Grad heiße Fett. Entweder in einer Fritteuse oder in einen hohen Kochtopf, der mit Pflanzenöl gefüllt ist.

Schritt 5: Hier gilt wie bei den amerikanischen Corndogs: Wenn der Teig goldbraun ist, ist er fertig. Jetzt streuen die Koreaner gerne noch Zucker auf die Kor Dogs, erst dann kommt Senf und/oder Ketchup dazu.