Die Polizei vor Ort: Der weiße Geldtransporter wurde vor der Kaufland-Filiale überfallen. Morris Pudwell

Sie schlugen so schnell zu, dass nicht mal der Betreiber eines gleich gegenüber befindlichen Currywurststandes etwas mitbekam. Zwei Täter auf Motorrollern haben gestern Nachmittag einen Geldtransporter vor dem Kaufland-Markt in der Britzer Gutschmidtstraße überfallen. Und sie waren so schnell wieder weg, dass die Polizei bisher im Dunkeln tappt. Nach dem Überfall in Berlin-Neukölln sucht die Polizei auch am Dienstagmorgen fieberhaft nach den Tätern. Führen die Spuren wieder ins Clan-Millieu.

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Was man bisher weiß: Nach bisherigen Erkenntnissen haben mindestens zwei Männer gegen 14 Uhr den Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma abgepasst, als dieser vor dem Gebäude im Stadtteil Britz einen Geldkoffer in dem weißen VW-Transporter verstauen will. Die Männer sind maskiert, sie bedrohen den 31-Jährigen mit einer Waffe, sprühen ihm sofort Reizgas ins Gesicht – verletzen den Mann dabei leicht und setzen ihn so außer Gefecht.

Die Geldräuber verschwinden auf unauffälligen Motorrollern

Nach der Attacke schnappen sie sich zwei Geldkoffer und verschwinden auf die clevere Art. Anstatt wie so oft in auffälligen, meist kurz zuvor gestohlenen Autos vom Tatort zu fliehen, schwingen sich beide Männer auf Motorroller, um rasch im Verkehr unterzutauchen. Vermutlich haben sich bei Roller kurz nach der Tat getrennt, um noch weniger aufzufallen.

Klar ist: Den beiden Männern gelingt es, mit der Beute unterzutauchen. Unklar ist, wie viel Beute sie gemacht haben. Nicht die einzige Frage.

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Ermittler sicherten vor Ort Spuren. Die Bereitschaftspolizei sei ebenfalls im Einsatz gewesen, um einem möglichen Fluchtweg nachzugehen, so ein Polizeisprecher. Der Fahrer des Geldtransporters war nach seinen Angaben alleine mit dem Transporter unterwegs. Er habe eine Augenreizung davongetragen. Neben dem Kaufland-Markt befindet sich eine Bankfiliale in dem Gebäude an der Gutschmidtstraße. Zunächst war unklar, wo der Fahrer das Geld abgeholt hatte.

30 schwerbewaffnete LKA-Fahnder durchsuchen Laubenkolonie

Rund 30 mit Maschinenpistolen bewaffnete Fahnder des Landeskriminalamtes suchten nach dem Überfall die nähere Umgebung ab, unter anderem eine Laubenkolonie und eine bewaldete parkähnliche Anlage.

In Berlin gab es in den vergangenen Jahren eine Reihe von Überfällen auf Geldtransporter, davon mehrere spektakuläre Fälle im Sommer 2020. Immer wieder führten die Spuren ins Berliner Clan-Milieu.  Im vergangenen September hatte das Berliner Landgericht einen der Täter eines Überfalls zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Das Mitglied eines bekannten arabischstämmigen Clans war im Februar 2021 als falscher Müllmann an einem Überfall auf einen Geldtransporter mit rund 650.000 Euro Beute beteiligt.