Polizeieinsatz am 1. Mai 2021 in Berlin am Rande eines Demonstration linker und linksradikaler Gruppen. dpa/Christoph Soeder/Archivbild

1. Mai in Berlin heißt auch: Es wird Randale geben. Die Berliner Polizei rechnet bei den Demos der Linksradikalen mit jeder Menge Straftaten durch gewaltbereite Gruppen. Also eigentlich alles wie immer. Das sieht anscheinend auch die Polizeipräsidentin Barbara Slowik so – und hat sich damit abgefunden? Bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik des vergangenen Jahres am Freitag in Berlin sagte sie jedenfalls: „Natürlich gehen wir von einem erhöhten Kriminalitätsaufkommen am 1. Mai und am 8. und 9. Mai aus.“

„Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration“ von Neukölln nach Kreuzberg

Die traditionelle linksradikale „Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration“ beginnt in diesem Jahr an der Sonnenallee in Neukölln und will dann nach Kreuzberg ziehen. Am 9. Mai gibt es dann Demonstrationen und Kranzniederlegungen russischer Gruppen zum Endes des Zweiten Weltkriegs. Angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine ist mit Gegenprotesten zu rechnen.

Slowik sagte, die Polizei bereite sich derzeit intensiv auf diese Tage und Nächte vor, es gebe vielfältige Abstimmungen und auch Gespräche mit den Veranstaltern. Allerdings sei es noch zu früh, um „konkret Prognosen abgeben zu können“.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD), die in diesem Amt den 1. Mai zum ersten Mal erlebt, sagte, sie stehe in ständiger Verbindung mit der Polizeipräsidentin und sei eng eingebunden. Sie werde am 1. Mai an einzelne Standorte der Polizei fahren „und die ganze Zeit mit vor Ort sein und mir ein Bild von der aktuellen Situation und der Lage machen“.

Im vergangenen Jahr demonstrierten mehrere Tausend Menschen in Neukölln. An einigen Stellen kam es zu Gewaltausbrüchen, die Polizei löste die Demonstration auf.