Berlin: Polizisten halten einen Teilnehmer der Demonstration fest. dpa/Christophe Gateau

Trotz einer Reihe von Demonstrationsverboten haben sich am Sonnabend in der Hauptstadt nach Polizeiangaben mehrere tausend Menschen aus Protest gegen die Corona-Politik versammelt. Dabei kam es bis zum frühen Abend zu mehr als 50 Festnahmen. Die Polizei begleitete die einzelnen Züge und zog dabei nach eigenen Angaben immer wieder Personen aus den Gruppen. Es gab einige Angriffe auf Einsatzkräfte, zunächst wurde ein Polizist verletzt.

Nach mehreren Verboten für einzelne Versammlungen lief ein großer Teil zu Beginn eher ziellos durch die Straßen. Zunächst zogen einzelne Gruppen durch den Stadtteil Friedrichshain. 

Im benachbarten Stadtteil Prenzlauer Berg versuchten die Menschen dann immer wieder zu einem „Zug der Liebe“ dazuzustoßen, zu dem bei House- und Technomusik rund 10.000 Menschen erwartet wurden. Die Polizei verhinderte dies mit Absperrungen.

Polizeihubschrauber waren zur Beobachtung der unübersichtlichen Szenerie eingesetzt, weite Teile des Regierungsviertels abgesperrt.

Berlin: 2000 Polizisten stehen bereit

Die Polizei hatte sich trotz zahlreicher Demonstrationsverbote auf größere Einsätze eingestellt. Rund 2000 Kräfte standen nach eigenen Angaben bereit, darunter ist auch Unterstützung aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern und Sachsen.

Die Polizei hat das Regierungsviertel wegen angekündigter Demonstrationen gegen die Corona-Politik weiträumig abgesperrt. dpa/Paul Zinken

Neun Demonstrationen waren von der Polizei verboten worden, darunter Kundgebungen der „Initiative Querdenken“ auf der Straße des 17. Juni. Drei Eilanträge gegen die Verbote wies das Verwaltungsgericht zurück, einem gaben sie statt: Eine für Samstag und Sonntag angemeldete Versammlung mit je 500 erwarteten Teilnehmern durfte stattfinden. Auf diese Veranstaltung wurde dann über das soziale Netzwerk Telegram hingewiesen.