Die Demonstranten am Alexanderplatz: Sie fordern ein Grundeinkommen, auch für Kinder.  Foto: Bernd Friedel

Wer am gestrigen Sonnabend mit dem Auto ins Zentrum wollte, brauchte Geduld und starke Nerven. Grund waren gleich mehrere Protestzüge, die den Innenstadtbereich zeitweise lahm legten. Los ging es gegen Mittag am Alexanderplatz mit dem „Basic Income March“. Von dort aus zogen rund  100 Demonstranten bis zur Oberbaumbrücke nach Friedrichshain, um sich für das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland stark zu machen. Gemeint ist damit, eine Leistung, die jedem Bürger zustehen soll, unabhängig seiner Lebens-und Einkommensverhältnisse und seines Status. Ihre Forderung: Ein würdevolles und selbst bestimmtes Leben ohne Existenzängste  für jeden Menschen. Parallel zu der Veranstaltung starteten rund 50 Teilnehmer am Alex eine Mahnwache. Sie forderten die Freilassung des in London inhaftierten Wikileaks-Gründer Julian Assange. 

Unter den Teilnehmern der Fahrrad-Demo waren viele Studenten, Schüler und Auszubildende. Foto: Imago/Felix Zahn

Am Brandenburger Tor begannen etwa zur selben Zeit gleich zwei weitere Protestaktionen, die der Abtreibungsgegner und Gegendemonstranten. Sie trafen sich auf zwei unterschiedlichen Straßenseiten und waren mit Absperrgittern voneinander getrennt. Auf der einen Seite hatte der Bundesverband Lebensrecht zum „Marsch für das Leben“ zum Schutz des ungeborenen Lebens aufgerufen, auf der anderen Seite protestierte das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung für eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Insgesamt waren es etwa 1600 Teilnehmer beider Demonstrationen.

Etwa 100 Demonstranten machten sich stark dafür, dass in Deutschland niemand unter Existenznöten leiden soll. Foto: Bernd Friedel

Gegen 14 Uhr kamen die Rad-Protestler zum Potsdamer Platz. Etwa 1000 Teilnehmer von verschiedenen Fahrradverbänden fuhren einmal im Kreis um den kompletten Innenstadtbereich. Ihr Motto: „Rauf aufs Fahrrad für die nächste Generation.“ Am Abend startete dann die letzte Demo des Aktionsbündnisses „Wer hat, der gibt“ gegen 18 Uhr am Kurfürstendamm. Ihr Anliegen: Reiche Menschen sollen für die Krise zahlen.