In diesem Jahr bleibt der Verkauf von Böllern und Raketen verboten. Foto: imago/Christian Ohde

Seit Wochen wird das Thema erneut diskutiert, die gleiche Debatte wie in jedem Jahr: Gibt es eine Silvesternacht ohne Böller und Raketen für den Privatgebrauch? Um das private Feuerwerk wird seit Jahren immer wieder erbittert gekämpft. Nun entschied die Politik, dass es zumindest in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie keinen Feuerwerksverkauf geben wird. Pyro-Fans fürchten, dass privates Silvesterfeuerwerk bald völlig verboten werden könnte.

Böller und Raketen: Kommt bald das endgültige Feuerwerksverbot?

Denn: Schon seit Jahren laufen Petitionen gegen die private Knallerei. Bundesweit in verschiedenen Städten – und auch in Berlin! Mehr als 16.000 Menschen haben bereits unterzeichnet. „Böller und andere Pyrotechnik kommen nicht nur von unten, sondern schlichtweg von überall. Unachtsam -und teils auch absichtlich- aus dem Fenster geworfenen Knaller, Raketen von links und rechts. Das hat mit Fest und Feiern nichts zu tun“, schreibt die Erstellerin der Petition. „ Schon lange geht es nicht mehr um einen alten Brauch, die Geister des vergangenen Jahres zu vertreiben. Es geht um höher, lauter, explosiver, teurer. Abgetrennte Finger, brennende Balkone, entlaufene Tiere und Müll, Müll, Müll.“

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Bisherige Einschränken seien nicht zielführend gewesen. „Die zeitliche Begrenzung des privaten Feuerwerks wird seit jeher geflissentlich umgangen. Tage vorher und Tage nachher explodiert die Stadt. Und auch der angeblich kontrollierte Erwerb von zugelassenen Feuerwerkskörpern bietet kaum Sicherheit. Wie auch? Wer soll das kontrollieren?“ Sie wolle sich deshalb der Deutschen Umwelthilfe anschließen, die sich ebenfalls für ein Verbot der Silvesterböller einsetzt.

Youtube-Videos wie dieses zeigen die Szenen auf Berlins Straßen.

Video: Youtube

In den Gründen für ein Verbot werden unter anderem die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht, die Gefahren für Haustiere, die riesigen Müll-Mengen und die Unfallgefahr benannt. „Wenn man sich den hohen Alkoholkonsum bei den Feiern vor Auge hält, ist es eigentlich schon fast ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert. Vor allem Jugendliche und Kinder werden Opfer der Feuerwerkskörper“, heißt es. Zudem werden die „Kleinsprengstoffe“ auch genutzt, um Menschen gezielt zu schaden, etwa Rettungskräfte anzugreifen. „Allein dies sollte Grund genug für das Verbot sein! Dass einige der Täter alkoholisiert waren, spielt keinerlei Rolle, denn dies ist im Vorfeld bereits klar.“

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Ob irgendwann wirklich ein Böller-Verbot für Privatpersonen kommt? Das wird sich zeigen. Vorerst bleibt Silvesterfeuerwerk nur aufgrund der Pandemie verboten. Am Silvestertag und Neujahrstag wird bundesweit ein An- und Versammlungsverbot umgesetzt. Darüber hinaus gilt ein Feuerwerksverbot auf durch die Kommunen zu definierenden publikumsträchtigen Plätzen.

Verkauf von Silvesterfeuerwerk ist dieses Jahr komplett untersagt

Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wird in diesem Jahr generell verboten und vom Zünden von Silvesterfeuerwerk generell dringend abgeraten, auch vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems.