Da bellt Bello und Co nicht vor Freude: Berliner Hundebesitzer werden bei der Registrierung ihrer Lieblinge kräftig zur Kasse gebeten. ZB

Für die über 100.000 Hundebesitzer fängt das neue Jahr teuer an. Ab dem 1. Januar 2022 müssen sie ihre Lieblinge einmalig kostenpflichtig registrieren lassen. Die Gebühr dafür kostet zwischen 17,50 und 26,50 Euro, je nach dem, wie man seinen Hund registrieren lässt. Wer dies nicht macht, dem drohen Ordnungsstrafen bis zu 10.000 Euro.

Eigentlich ist die Registrierungspflicht ein alter Hut. Die Idee dazu kam bereits 2006 unter dem damaligen Verbraucherschutz-Senator Thomas Heilmann (CDU) auf. Die Regelung ist Bestandteil des neuen Berliner Hundegesetzes, über das lange debattiert und erst vor sechs Jahren schrittweise eingeführt wurde. Daher trifft die Registrierungspflicht erst jetzt in Kraft.

Die Französische Bulldogge gehört zu den Lieblingshunden der Berliner. Imago

Sie besagt, dass alle Berliner Hundehalter verpflichtet sind, ihr Tier spätestens bis zum 1. Juli 2022 bei dem zentralen Hunderegister der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz registrieren zu lassen. Wer sich erst jetzt einen Hund anschafft, muss dies sofort erledigen.

Wer seinen Hund telefonisch registrieren lässt, zahlt 26,50 Euro

Die Registrierung kann über das Online-Portal hunderegister.berlin.de erfolgen. Dort kostet die Gebühr 17,50 Euro. Es gibt auch die Möglichkeit, seinen Hund telefonisch unter der Rufnummer 0441 36177990 registrieren zu lassen. Das kostet aber 26,50 Euro. Der Grund für die höhere Gebühr wird damit erklärt, dass der externe Dienstleister GovConnect GmbH aus Niedersachsen, der im Auftrag des Senats arbeitet, einen höheren Arbeits- und Personalaufwand hätte, wenn die Daten telefonisch aufgenommen werden.

In beiden Fällen geht dem Hundebesitzer ein Gebührenentscheid zu. Dazu kam es bereits zu einer „Panne“. „In den ersten Tagen hätten etwa einige Tausend Berliner online ihre Hunde registrieren lassen“, sagt Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz. Einige der  Anmelder haben offenbar keine Bestätigungs-Mail erhalten. Möglich, dass sie in dem Spam-Ordner der Betroffenen gelandet sei, so der Sprecher.

Auch Bestandteil des Hundegesetzes: Auf belebten Straßen müssen Besitzer ihre Lieblinge an der Leine führen. Imago

Dass eine Registrierung der Hunde in Berlin kostenpflichtig ist, wird vom Berliner Tierschutzverein kritisiert. „Es gibt bereits seit Jahren andere Registrierungsportale wie Tasso oder Findefix, wi Hundebesitzer kostenfrei die Chipnummer ihrer Tiere und die persönlichen Daten des Besitzers hinterlegen können“, sagt Sprecherin Annette Rost dem KURIER. „Es verwundert, warum Berlin dafür nun extra einen Dienstleister einsetzt, der Gebühren verlangt, die vor allem Rentner stark belasten.“

Ansonsten begrüßt der Berliner Tierschutzverein die Einführung der Registrierungspflicht. „So fällt es uns leichter, entlaufende Hunde, die nach dem Auffinden zu unserer Tiersammelstelle gebracht werden, schneller wieder ihren Besitzern zuzuführen“, sagt Rost. Derzeit sind 233 Hunde im Tierheim. Das Problem bei entlaufenden Tieren sei, dass man auf Grund der Chipnummer nicht den Besitzer feststellen kann. „Etwa 42 Prozent der Hunde, die zu uns kommen, sind nicht registriert.“

Registrierungspflicht soll das Aussetzen von Hunden verhindern

Ein anderer Vorteil: Mit der Registrierungspflicht könne man das Aussetzen von Hunden möglicherweise eindämmen, so Thomsen, Sprecher der Verbraucherschutzsenatsverwaltung. Denn mit der Registrierung sind auch die Angaben des Besitzers hinterlegt, der nun zur Verantwortung gezogen werden kann.

Und: Man könne nun auch gestohlene Hunde schneller dem rechtmäßigen Besitzer zurückbringen. Eine Abfrage über die Finanzämter, wo Hundebesitzer ja wegen der Hundesteuer ihre Angaben hinterlegen, sei aufgrund des Steuergeheimnisses nicht möglich, heißt es. Außerdem verspricht sich die Senatsverwaltung mit der Registrierungspflicht eine bessere Datenlage „über die Gefährlichkeit von Hunden in Abhängigkeit von deren Rasse oder Kreuzung, Geschlecht und Alter“.

Eine gute Nachricht gibt es auch für Berliner Hundebesitzer: Wer Hartz IV bezieht oder Rentner ist, braucht ab dem 1. Janur 2022 keine Hundesteuer zahlen. Sie sind von den Zahlungen befreit, die beim ersten Hund 120 Euro im Jahr, bei jeden weiteren Hund 180 Euro betragen. Allerdings müssen Hartz-IV-Empfänger und Rentner die Kosten für die Registrierung tragen.