Herbert Köfer in der Gaunerkomödie Hände hoch oder ich schieße wurde 1966 gedreht und von den Kulturfunktionären der DDR verboten. Foto: DEFA-Stiftung / Jörg Erkens

Vor einer Woche starb Herbert Köfer. Der KURIER erinnert noch einmal an die besten und schönsten Kinofilme des Volksschauspielers, von dem sogar einer von den DDR-Oberen verboten wurde.

Ob in Komödien oder Dramen, ob als Liebhaber oder Bösewicht: Herbert Köfer bewies auch auf der Kinoleinwand seine Vielseitigkeit als Schauspieler. Filme wie „Der Mann, der nach der Oma kam“ (1972) oder „Nackt unter Wölfen“ (1963) sind Defa-Klassiker geworden.

Köfer spielte an der Seite großer Stars wie Erwin Geschonneck und Armin Mueller-Stahl in „Ein Lord am Alexanderplatz“ (1967) oder stand mit Gojko Mitic im Indianerfilm „Tecumseh“ (1972) vor der Kamera. Mit Rolf Hoppe brillierte er im Märchenfilm „Hans Röckle und der Teufel“ (1974).

Herbert Köfer und Werner Peters in dem Defa-Film „Ein Polterabend“ (1955). Foto: DEFA Stiftung/Gerhard Kowalewski

Zu seinen ersten Defa-Filmen gehörte „Ein Polterabend“ (1955). Die Gaunerkomödie „Hände hoch oder ich schieße“ (1966), in der Köfer eine Hauptrolle spielte, wurde von den SED-Oberen verboten.

Eine Komödie die Gauner feiert und DDR-Volkspolizisten alt aussehen lässt: In dem Film musste sogar der Ermittler, dessen Jagd auf die Gaunerbande erfolglos blieb und er deshalb Depressionen bekam, von einem Psychiater behandelt werden. So etwas durfte und sollte natürlich nicht in den DDR-Kinos gezeigt werden.

Bereits in der Entstehungsphase musste Drehbuch-Autor Rudi Strahl („Ein irrer Duft von frischem Heu“) bereits auf Weisung der Kulturfunktionäre mehrere Dialoge abschwächen und Szenen ändern. Insgesamt 22 Korrekturen wurden durchgeführt. 

Doch das half nichts. „Hände hoch oder ich schieße“ wurde verboten.  Der Film setze die Arbeit der Staats- und Sicherheitsorgane ins falsche Licht und entspreche nicht den „gegenwärtigen Aufgaben zur stärkeren Bekämpfung der Kriminalität“, hieß es. Erst 2009 wurde der Film im wiedervereinten Deutschland aufgeführt.

Die Komödie „Bis zum Horizont, dann links!“ (21012) war einer der letzten Kinofilme mit Herbert Köfer. Foto: Prasens-Film

Einer der letzten Kinofilme mit Herbert Köfer war „Bis zum Horizont, dann links!“ (2012) mit Otto Sander,  Angelica Domröse und Herbert Feuerstein. Der Streifen entstand unter der Regie von Bernd Böhlich. Der Regisseur sorgte auch für Köfers letzte Rolle in einem Fernsehfilm. In der Folge „Krauses Zukunft“ aus der Horrst-Krause-Reihe der ARD spielte Köfer einen Hundertjährigen.  Der Film wurde zum 100. Geburtstag des Schauspielers im Februar 2021 gezeigt.