Hunde in Berlin müssen seit dem 1. Januar beim Hunderegister angemeldet werden. dpa/Pedersen

Berlins Hundebesitzer bellen zurück. Immer mehr Berliner protestieren gegen das neue Hunderegister, das sie als Abzocke empfinden. Innerhalb von zwei Wochen haben schon 11.702 Hundebesitzer die Petition gegen die seit dem 1. Januar geltende Registrierpflicht unterschrieben (Stand 16. Januar. 13.59 Uhr). „Es ist unfassbar, was sich Berlin sich hier wieder leistet“, beklagt sich Brigitta K., die die Petition unterschrieben hat. „Ich bezahle schon Hundesteuer, mein Hund ist bei Tasso gemeldet, gechipt und versichert. Ich unterschreibe hier, weil ich es satt habe, abgezockt zu werden.“

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Für die über 100.000 Berliner Hundebesitzer fing das neue Jahr teuer an. Seit dem 1. Januar müssen sie ihre Hunde kostenpflichtig registrieren lassen. Bei einer Online-Anmeldung unter hunderegister.berlin.de sind 17,50 Euro pro Hund zu zahlen, telefonisch werden sogar 26,50 Euro fällig. Wer dies nicht macht, dem drohen Ordnungsstrafen bis zu 10.000 Euro. 9000 Berliner sollen ihr Tier seit dem 1. Januar schon registriert haben. Mit dem Register bekomme man einen Überblick über den Gesamtbestand der Hunde, könne man bei Vorfällen besser zuordnen, welche Rassen dafür verantwortlich sind, wer der Halter ist, heißt es beim Senat. 

Das Hunderegister ist im Zeitalter der elektronischen Datenerfassung völlig überflüssig

Gegen das Hunderegister und die aufgerufene Gebühr geht Maybritt Kirchbaum mit ihrer Petition auf der Internetplattform www.chance.org auf die Barrikaden. Bei den Finanzämtern seien doch schon alle relevanten Daten über den Hund (Rasse, Geschlecht, Alter, Farbe und Chipnummer) erfasst, heißt es in der Begründung. „Also warum eine doppelte Registrierung? Im Zeitalter der elektronischen Datenerfassung ist das völlig überflüssig.“ Und Kirchbaum fügt hinzu: „Offiziell sind über 110.000 Hunde beim Finanzamt gemeldet, das wird sich auch mit der neuen Verordnung nicht ändern. Die schwarzen Schafe werden ihren Hund auch nicht registrieren lassen.“

Denn legal angemeldete Hunde sind in Berlin sowieso schon genau registriert. Wegen der Hundesteuer müssen sie beim Finanzamt angemeldet werden. Und in Berlin ist es Pflicht, dass die Tiere beim  Tierarzt mit einer 15-stelligen Transpondernummer gechippt werden. Der Transponder mit Mikrochip wird von einem Tierarzt eingesetzt, die jeweilige Nummer im Heimtierausweis des Hundes vermerkt. So kann man die Tiere wiederfinden, wenn sie sich mal losreißen sollten. 

Scheinbar halterlose Hunde sollen mit dem Hunderegister besser zugeordnet werden. Imago

Und: Hundebesitzer können schon lange über Europas größtes Haustierregister der Tierschutzorganisation Tasso ihr Haustier registrieren und so wiederfinden, wenn es wegläuft – und das kostenlos. Dass eine Registrierung der Hunde in Berlin kostenpflichtig ist, wird vom Berliner Tierschutzverein kritisiert. „Es gibt bereits seit Jahren andere Registrierungsportale wie Tasso oder Findefix, wo Hundebesitzer kostenfrei die Chipnummer ihrer Tiere und die persönlichen Daten des Besitzers hinterlegen können“, sagte eine  Sprecherin unlängst dem KURIER.

FDP will ein „Hunde-unbürokratischer-halten-Gesetz“

Vor allem die doppelte Registrierung regt die Hundebesitzer auf. „Unser Hund ist gechipt, haftpflichtversichert, wir zahlen Hundesteuer, mussten einen kostenpflichtigen (40 Euro Gebühr) Sachkundenachweis erbringen, bei dem auch der Chip mit registriert wurde.“, schreibt Detlef W. „Jetzt noch dafür zahlen, dass ich ihn ins Register eintrage - nee.“

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Die Berliner FDP will das Hunderegister wieder abschaffen und hat deshalb ein „Hunde-unbürokratischer-halten-Gesetz“ im Abgeordnetenhaus eingebracht, wie die Berliner Woche schreibt. „Der rot-grün-rote Senat gängelt mit dem neu geschaffenen Hunderegister die Tierfreunde ohne einen erkennbaren Mehrwert“, erklärt Fraktionschef Sebastian Czaja.