Ein Bus aus Südtirol vor dem Gesundheitsamt Treptow-Köpenick. Foto: Thomas Uhlemann

Südtirol-Schulfahrten halten die Schulbehörden in Atem, besonders, nachdem das Robert-Koch-Institut die Region endlich zum Risikogebiet erklärt hat.

Eine Gruppe von gut 30 Zwölftklässlern aus Treptow-Köpenick und Lichtenberg wurde am Freitagnachmittag bei ihrer Rückkehr direkt zu einem Corona-Schnelltest ins Gesundheitsamt gebracht. Jetzt müssen sie 14 Tage zu Hause bleiben. Das macht manchen Familien Angst. Eine Mutter berichtete dem KURIER, dass sie ihren Sohn und einen seiner Schulkameraden zur Quarantäne in einer Zweitwohnung unterbringen wolle: „Am Wochenende kommt mein Vater zu Besuch. Er ist fast 80 und schwer lungenkrank. Eine mögliche Infektion müssen wir auf jeden Fall verhindern.“

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Die Emanuel-Lasker-Schule in Friedrichshain bleibt auf Empfehlung des Amtsarztes noch zehn Tage geschlossen. Die Schule ist seit Dienstag gesperrt – nach einer Südtirol-Reise mit 74 Schülerinnen und Schülern war ein Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Als bekannt wurde, dass eine Schülerin, die an der Reise teilgenommen hatte, ebenfalls infiziert ist, verlängerte das Gesundheitsamt die Sperrung bis zum 16. März. Der Grund für die lange Schließung laut Senatsschulverwaltung: Am 16. März sind zwei Wochen seit Bekanntwerden der ersten Infektion vergangen – das ist die bislang gültige maximale Inkubationszeit für den Coronavirus.

Isoliert werden sollen auch die Teilnehmer der Skifahrt nach Meransen in Südtirol, die zwei Tempelhofer Grundschulen gemeinsam organisiert hatten. Auch sie sind am Freitagabend zurückgekommen. Das Gesundheitsamt Tempelhof-Schöneberg hatte ursprünglich bestimmt, dass sie Montag und Dienstag in der kommenden Woche vorsorglich zu Hause bleiben sollen. Sollten keine Krankheitssymptome auftreten, hätten Schüler und Lehrer am Mittwoch wieder in die Schule gehen dürfen. Aus Verwaltungskreisen hieß es, dass die Isolierung aber nun, wo Südtirol zum Risikogebiet erklärt wurde, womöglich auch für die Grundschüler verlängert wird.

Massentests gibt es auch in Potsdam: Dort kommen Samstag fast 90 Schüler und Lehrer von einer Klassenfahrt in Südtirol zurück. Erstes Ziel ist auch bei ihnen: das Gesundheitsamt, und dann geht es in häusliche Isolation, bis die Ergebnisse da sind. Die Corona-Gefahr kommt für die Schulen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Ende März beginnen die ersten Prüfungen für die Berufsbildungsreife, den Mittleren Schulabschluss und das Abitur. Die Senatsschulverwaltung bereitet gerade zusätzliche Aufgabenpakete vor – für den Fall, dass Schulen in den Prüfungszeiträumen geschlossen bleiben oder Schüler massenweise zu Hause bleiben müssen.