Das Seniorenheim „Haus an der Spree“ auf der Halbinsel Alt-Stralau Foto: Morris Pudwell

Nachrichten wie diese sind stets ein absoluter Corona-Super-GAU! In einem Pflegeheim in Friedrichshain ist es nach Angaben der Feuerwehr zu einem Corona-Ausbruch gekommen. In dem Seniorenheim und Therapiezentrum „Haus an der Spree“ an der Bootsbauerstraße auf der Halbinsel Alt-Stralau sollen demnach rund 50 Menschen positiv auf das neue Coronavirus getestet worden sein.

Die Berliner Morgenpost berichtete unter Berufung auf eine Sprecherin des Gesundheitsamts von 55 infizierten Bewohnern sowie 13 infizierten Mitarbeitern. Die PCR-Tests aller Heimbewohner wurden demnach Ende vergangener Woche durchgeführt, nachdem Anfang der Woche in einer mobilen Teststation mehrere Bewohner des Heims positiv getestet worden waren. Daraufhin veranlasste das Gesundheitsamt des Bezirksamtes die Testung aller Menschen, die in dem Haus betreut werden oder andere betreuen.

Lesen Sie auch: Corona: Impfkommission kündigt an, wer zuerst geimpft werden soll >>

Die Feuerwehr war ab Montagnachmittag im Seniorenheim mit einem Oberarzt und einem Einsatzleiter vor Ort. Bis zum Abend sollten laut der Feuerwehr vier Patienten ins Krankenhaus transportiert werden. „Natürlich ist auch die Leitung des Pflegeheims involviert“, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein dem KURIER.

Die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind durch das Coronavirus besonders gefährdet. Erst im November war ein Corona-Ausbruch in einem Lichtenberger Pflegeheim bekannt geworden. 14 Bewohner waren in andere Einrichtungen verlegt worden, nachdem sich rund 50 Menschen angesteckt hatten. 15 Heimbewohner starben.

Vor dem Seniorenheim stand am Montagabend ein Krankentransport. Foto: Morris Pudwell

Die Leitung des Pflegeheims in Lichtenberg war abgesetzt worden, nachdem Gesundheitsamt und Heimaufsicht herausfanden, dass Hygienevorgaben nicht beachtet wurden. Laut einem Bericht des Pandemiestabs des Bezirks war das Heim den Nachbesserungen, die Lichtenbergs Amtsarzt bereits Anfang Oktober mit Blick auf Kontakte und Hygiene gefordert hatte, nicht in ausreichendem Maße nachgekommen. Der Amtsarzt war nach diesem Bericht mehrfach im Pflegeheim und hatte die Einhaltung von Regeln wiederholt angeordnet.

Eine Angestellte des Pflegeheims hatte bereits im Oktober der Berliner Zeitung berichtet, dass Pfleger in der Einrichtung trotz Corona-Erkrankung weitergearbeitet hätten. Die Belegschaft habe tagelang auf die Testergebnisse gewartet, manche hätten mit oder ohne Symptome weitergearbeitet, ohne zu wissen, ob sie infiziert sind oder nicht. Es sei allerdings niemand von der Heimleitung zur Arbeit zitiert worden, so die Pflegerin.